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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
40
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4v Dcr Werth wvhlgcwogner Neigungen.

verkündigte, und ihr das Vertrauen zu ihrer Ruhestattbereitete. Der Ton seiner Stimme bebte sanfteEnt-zückuiigcn durch meine Seele, und jedes Vergnügenwurde durch seine zärtliche Mitempfindung doppelt gc-fühlt, und jede Thräne an seiner Seite gelassener ver-weint. Sein Herz wallte in den stillen Vereinigungender Freundschaft tugendhafter, und stärkte sich in erhab-ner!! Empfindungen zu dem künftigen Gefühle dcrGottheit, welcher er nun genießt, und so viel starkergenießt, je mehr die Freundschaft seine Neigungen undLeidenschaften zu dieser größten von allen Empfindun-gen gereinigt und gezeitigt hatte.

Die Tugend ist die Seele dcr wahren Freund-schaft; allein ohne Neigung und Leidenschaft ist sie dermorgcnlandische Monarch, der von seinen Unterthanenangebetet und mir Furcht geliebt wird. Die Neigungnähert edle Seelen einander, damit sie ihre Tugendenvereinigen, und einer gemeinschaftlichen Seligkeit ge-nießen. Ja, die Tugend muß oft ihren Namen ver-bergen , und den Namen einer Neigung annehmen, weilFreundschaftsdienste welche aus Neigung geschehen,sanfter und angenehmer sind, als wenn sie unter demernsthaften Namen dcr Tugend verrichtet werden. Soschrecken oft Großmuth und Barmherz'gkeit die zer-knirschte Seele eines unglückseligen Freundes, wennder sanfte liebr.eche Hang einer Neigung, durch seineschmeichelhafte Herablassung, sich mit seiner Kränkungversöhnt. Vor ihm konnte die Wehmulh eines Freun-des, ohne roth zu werden, ihre unglücklichen Klagenausschütten: sie konnte seine Hülfe annehmen, ohneihrem Herzen Gewalt anzuthun; sie konnte ihm ihreSacke anvertrauen, ohne zu fürchten daß fein herzhaf-ter Eifer mir ihrer Ehre unbchutsam umgehn, und

wohl