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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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38 Der Werth wohlgewogner Neigungen.

knirschendem Fuße über diese in goldncm Staube undzierlichen Krümmungen fortarbeitcndcn, am Ende zuflatternden Schmetterlingen bestimmten Raupen hinweg.

Doch zeigte sich niemals in ihm der rauhe Verthei-diger der guten Sache, vor welchem seine eignen Freundebeben oder errothen; nicht der unbicgsame Stolz, wel-cher Fürsten unter seine Verachtung versenken, und dieFreyheit zu einer Göttinn machen will, um von ihremSchoße Monarchen zuzulächeln. Nein; ein natürli-ches Gefühl der Ordnung, eine sanfte Empfindung derRuhe, ließ ihn den Werth einer edlen Abhängigkeit ver-nünftiger beurtheilen. Und fo verhaßt ihm auch einegewaltsame oder gnädige Unterdrückung war: so arbei-tete doch feine angcborne Zärtlichkeit diesen natürlichenHaß, diesen ersten Guß der Natur, zu lieblichen Gestal-ten aus. Die Redlichkeit, diese Nerve rechtschaffenerNeigungen, erwarb ihm Hochachtung, seine Gefällig-keit Liebe, und das Urtheil des feinern Stolzes die Zu-neigung aller derjenigen, welche er durch eine anstän-dige Herablassung über sich zu stellen wußte. Kühnwagte er sich den Gewaltigen unter Augen; sanft wußteer ihnen die Sache der Unschuld vorzutragen, uner-schrocken und dauerhaft zu vertheidigen. Eine freu-dige Heiterkeit des Gemüths besänftigte die unange-nehme Gestalt der Wahrheit, der Morgenrothe gleich,welche die rauhen Spillen der Felsen vergoldet. EinSieg welchen er mit Nachgeben gewann, war ihm lie-ber als ein rühmliches Unglück. Dieses ist die Fruchteiner mit Zärtlichkeit untermischten Große, welche diewahre bescheidne Standhafrigkeit wirket, und derWahrheit das fcycrliche Anschn leihet, womit sie ander Schwelle des Throns erscheint. Vielleicht würdeniemals ein Staat seine Freyheit verloren haben, wenn

stets