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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Z 6 Der Werth wohlgewvgner Neigungen.

den gefährlichen Grundsätzen zu wehren, woraus mandas Nothwendige der Unterthanen in unnütze und ent-behrliche Reichthümer der Fürsien verwandelt. Erwohnte unter dem Schutze eines Fürsten, welcher seineUnterthanen liebte, und sich mit seiner vaterlichen Für-sorge in ihre kleinsten Beschwerlichkeiten willig herab-ließ; eines Fürsten, welcher zu stolz war, den Zehntenvon Almosen zu erheben; eines Fürsien/ welcher zuzärtlich war, um einer kümmerlichen Witwe nichts alsdie traurige Hoffnung übrig zu lassen, durch den Todihres einzigen Sohns bald ein bessers Auskommen zufinden. Unter einem solchen Fürsten opferte die ganzeNatur seinem Vergnügen, und die heitere Witterungeines stillen Lebens erhielt in seinem Gemüth einen be-ständigen Frühling.

Konige werden ohne Grund wegen ihrer MachtWohl zu thun beneidet. Ist ihr Vermögen Gutes zustiften großer; so ist die Sphäre ihrer wohlthätigen Be-mühungen dieser Große angemessen. Und oft ist einPrivatmann im Stande, den Zirkel seines Berufs mitmehrcrn Glückseligkeiten zu erfüllen, als der mächtigste,der wohlthätigste Fürst. Dieser ist fast niemals vermö-gend, die geheime Noth der Elenden zu entdecken. DieAngelegenheiten seiner Unterthanen zeigen sich ihm nurauf einer Universalcharte, wo alles nach dein verjüng-ten Maßstabe aufgetragen, und eine ganze Provinz indem allerkleinstcn Raume oft nur durch die Farbe zuerkenne» ist, womit sieder Staatsminisier bezeichnet:der wahre Nothleidende wird von dem Glänze der Ma-jestät, oder von dem stolzen Höfling zurückgeschrecket;er jammert in seiner unbemerkten Hütte, und dasLicht, welches die ganze Welt erheitert, fällt kaum miteinem zweymal gebrochnen Strahle in seine dunkle Hohle.

Ein