Der Werth wohlgewogner Nelgungen. zz
Haupt des Oberpriesters, noch mit der Binde des Apolloumwunden, rollte in seinen! Blute an dem Altar hin-weg; und überall herrschte die Macht der Flammen,oder die Wuth unversöhnlicher Feinde. Dennoch sahensie es noch als eine Wohlthat an, den Schutt ihrer vä-terlichen Hauser lebendig zu Grabhügeln zu erhalten,und eine Gottheit konnte die Familie des Anchiscskaum bewegen, sich selbst nicht auf eine gleich entsetzlicheArt dem Vatcrlande aufzuopfern.
So prachtig ist die Leidenschaft in ihren Anlagen,in ihren Werken, in ihren Ruinen: und das Trauer-spiel, welches das Rührende, das Erhabene, das Er-staunende, das Schreckliche aus der ganzen Natur sichzu Nutze gemacht, hat noch nichts entdecken können,welches die Majestät einer durch die Leidenschaften erho-hetcn Tugend übertreffen hatte.
Ich hatte wünschen mögen, o Philoklcs! daß un-ser theuerster Freund sich in einer gleichen Prüfung be-funden, nnd Gelegenheit gehabt hatte in einem solchenKampfe der Gottheit selbst ein würdiges Schauspiel zugeben. Allein die Vorsicht, welche Helden hervorzieht,und Helden in hoher und weiser Stille ihre seyerlichenTage erleben laßt, hatte seine Neigungen zu einer ruhi-gern Große bestimmt. Doch würde er die gute Sacheder Ehre und der Freyheit seines Vaterlandes mit eben, der Verleugnung seines Lebens und seiner zärtlichen Em-pfindungen vertheidigt haben, wenn ein Cäsar seinenEhrgeiz mit dieser erhabnen Pflicht belastet hatte. Soaber bemühte er sich nur, das ruhige Glück seiner Mit-bürger zu einer Quelle seiner reinsten Wollust zu machen,die Verfassung seines Vaterlandes in seinen engern undweiteren Systemen zu verbessern und zu befestigen, und
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