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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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34 Der Werth wvhlgewogner Neigungen.

Minder zärtlich, minder glücklich, aber nicht we-niger edel, entzieht sich Cato dem Untergänge seinesVaterlandes. Sein großes Auge übersieht mit ernst-haftem Mitleid Roms künftiges Schicksal. Der Schutz-geist dieser Republik öffnet ihm mit fliehender Hand diemitternächtliche Scene ihres herannahenden Falles.E a sa r bietet ihm die Mithcrrschaft von Rom und derWelt an. Allein der römische Bürger ist zu stolz, umsich bis zum Thron eines Königs zu erniedrigen. Erunterredet sich noch erst mit der in ihm wohnenden Gott-heit über seine künstige Hoffnung. Er suhlt die ganzeMacht der traurigen Zweifel, welche seinen Entschlußbestreiken. Dennoch aber beugt er sich mit gelassenemStolze in sein eignes Schwerdt, und bezeichnet denUntergang seines Vaterlandes mit seinem Tode, daer ihn mit einem glänzenden Triumph bezeichnen konnte.

Nicht so prächtig, aber wohl so stark, arbeiteteeine liebreiche Empfindung für das Vaterland in derBrust der Trojaner, wie sie nach einer ausgedauertenzehnjährigen schweren Belagerung Alles verlassen soll-ten. Der Himmel war Nacht; nur diesen Unglückseli-gen leuchteten die Flammen ihrer eignen Tempel undPalläste zum alleinigen Anblick ihrer erschrecklichen Ver-heerung. Priam, der König, der stolze Vater vonfünfzig Söhnen und Enkeln, wurde vom Pyrrhusbey seinen grauen Haaren aus den Armen seiner Ge-mahlinn, vor den Augen seiner eignen Götter, bis in dasBlut seines erstgebornen Sohns geschleift, um mit sei-nem Blute den Altar zu entheiligen welchen seine königli-chen Ahneil geweiht hatten. Die rasselnden Flammendes heiligen und tausendjährigen Lorbeers erhellten die-ses königliche Unglück, und zeigten seinen treuen Unter-thanen den jetzt namenlosen Rumpf eines Königs. Das

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