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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
33
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Der Werth wohlgcwogner Neigungen, z z

denschaft ist! Seine Seele ist Glitt und Dauer; dieMacht seiner Rede ist wie die Fluth eines starkenStroms, tief wie seine stillen Tiefen, und überwälti-gend wie seine stärksten Wogen; in seinem Plan sinkenunersteigliche Felsen zu kleinen Hügeln; und sein stolzerFlug erhebt sich zu einer Bahn, wo Tempel und Thro-nen und Pallasie den Weg des Adlers nicht unterbrechenkönnen. Wagen Sie es einmal, Philokles, Sich denHohen zu nahern, worauf sich die Liebe zum Vater'andemit Hülfe des Ehrgeizes geschwungen. Wie gottlichzeigt sich hier die Leidenschaft! Wie richtig entdeckt sichhier dem Gefühl eine Tugend, eine dem menschlichenGeschlecht in den Kreisen seiner engern Bestimmungnothwendige Tugend, welche der Verstand, wofern ersich nicht vor der bessern Empfindung geschämt, längstfür eine Chimäre erklärt hätte. Wie mannichsaltig istdie Pracht der Trophäen, womit hier die Leidenschaftihre Tempel geschmückt! Am Maleischen Gestade in denEngen bey Thermopylä opferte Leonidas sein jungesLeben für die Freyheit seines Vaterlandes, ein Leben,welches nicht eine verdrüßliche Stunde kanure. DieNatur rief vergeblich einen geheimen Schauer in seineBrust zurück. Umsonst bluteten die Thränen seiner lie-benswürdigsten Gemahlinn in sein zärtliches Herz.Umsonst umklemmten in sprachloser Angst seine unmün-digen Kinder die Kniee ihres Vaters. Der Held empfandin unaussprechlicher Wchmuth alle Macht der Liebe.Dennoch verließ er Alles, und fühlte in dem zärtlichenWeh nur die Wollust einer standhaften Ueberwindung.Er vergoß eine heimliche Thräne hinter seinem Schild,und eiletc mit weiser Freudigkeit seinem von den Got-tern verkündigten Tode entgegen, um sein Vaterland-zu retten.

N'öscrS berm, Schriften. l.M,

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