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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Der Werth wvhlgewogner Neigungen, z >

das natürliche und moralische Gefühl vermische. Allein esfindet sich unter diesen beiden eben die Verwandtschaft,welche sich zwischen Seele und Korper findet, welche be-ständig ineinander übergehen, ohne daß wir die Grän-zen von beiden Seiten mit Farben unterscheiden können.

Die Menschenliebe, diese würdige Neigung ver-nünftiger und zu einem Zweck verbundener Geschöpfe,war eine Folge seiner Empfindungen; und so wie ein je-der Theil der Welt eine Lage, einen Hang oder Instinktempfangen, sich der Vollkommenheit des Ganzen zu fü-gen, und selbst die so weit von einander entferntenSphären unter sich ihre Beziehung haben: so schienauch besonders dieser sanfte Zug zum allgemeinen Bestender menschlichen Gesellschaft die wesentliche Modifika-tion seiner Seele zu seyn. Er durfte nur seiner Nei-gung zum Vergnügen folgen, um aus der Glückseligkeitseines Nächsten den Umfang seiner Wollust zu erweitern.

Ich will jetzt nicht untersuchen, ob die Liebe zurGesellschaft ein ursprünglich besondrer Trieb, und Liebeund Hochachtung Andrer zu unsrer Glückseligkeit noth-wendig ftp. Vielleicht ist erstere nur ein verdeckterStolz, die Zahl unsrer -Anbeter zu vermehren; vielleichtist letztere ein Gut, das wir zu theuer bezahlen. Alleinso viel ist gewiß, daß wir ein großes Vergnügen in bei-den finden, und auf einer wüsten Insel einsam, unge-liebt, ungeehrt, und von keinem Freunde bewillkommet,unendlich weniger vergnügt seyn würden.

Wir fühlen also die sanfte Nothwendigkeit einerwechselnden Abhängigkeit; unser Herz deutet die LiebeAnderer als eine schmeichelhafte Erkenntlichkeit gegenseine eigne Größe aus, und der Ehrgeiz ist viel zu auf-merksam auf seinen eignen Vortheil, als daß er auch

nur