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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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26 Der Werth wohlgewogner Neigungen.

Ich konnte zwar auch die frohen Aussichten einessolchen Unznfricdnen, die er nur mit den Augen genießt,und seine Ansprüche aus so viele Vollkommenheiten, dieer niemals ausführen kann, wider Sie anwenden, unddaraus die wahrscheinliche Nothwendigkeit folgern, daßder Mensch sich endlich mit dem Gegenwärtigen befrie-digen müsse. Denn lassen Sie immerhin den Himmelvor einem solchen Unzufriednen sich erweitern; lassenSie dasjenige, was eben der Gipfel seiner Vollkommen-heit zu seyn schien, jetzt zu der allerkleinsicn Stufe der-selben werden; lassen Sie das unermeßliche Gefilde un-endlicher Glückseligkeiten seinen Hoffnungen blühen, undsich seinen segnenden Bemühungen vergrößern; bewegenSie tausend Elende, welchen er die Wangen getrocknet,mit ihrem Danke andre tausend herbey zu rufen, damiter, gleich der weisen Vorsicht, Diesem einen Troff, Je-nem einen Rath, und Allen eine leutselige Willfahrig,keit erzeigen möge; geben Sie ihm aber nicht die Kräfte,diese göttliche Sphäre zu erfüllen: so werden Sie gewißihren Unzusricdnen höchst unglücklich machen. Alleinweil dieser Einwurf die höhern Kräfte der Seele unddas Urtheil des Verstandes betrifft: so muß ich ihnhier nothwendig vcrhclen, und die Folge nur zulassen,daß die unendliche Aussicht mehrerer Vollkommenhei-ten, und der unermüdete Eifer unsrer Neigungen solchezu erreichen, an und für sich die Menschen nothwendigglücklicher machen müsse, folglich unsre wahre Ruhenichts dabey leide.

Lassen Sie mich also jetzt nur weiter gehen, unddie Wirkungen der guten Neigungen, wie sie von star-ken Leidenschaften, und besonders von einem sanftenEhrgeize bey Ihm ausgearbeitet und getrieben wurden,in Seinen Tugenden betrachten.

Die