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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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Der Werth wehlgewvgncrNeigungen. 25

hat, steigt auf drohenden Abhängen zu uncrstiegnenFelsen, reiset in unwohnbare Wüsten, um neue Gat-tungen von Ungeheuren zu suchen, oder steigt in dieTiefe der Erde, um, womöglich, in der Werkstatt derNarur auch die Musier ihrer künftigen Arbeiten zu erfor-schen; der Eifrer des Herrn schifft durch unbesegelteMeere , um neue Lander, und in diesen Seelen zu ent-decken, welche er glücklich machen könne. Wenn alsodie Weisesten unter den Menschen ihre Glückseligkeit miteiner beständigen Begierde nach einer großer» genießen;wenn der Großmüthige, welcher eine Wclr beglücket,noch mehrere zu beglücken wünscht: wie können wir unsdann so sehr bey einer Zufriedenheit gefalle», welchesich gegen ihre gegenwärtige Ruhe um alle Ansprücheauf mehrere Vollkommenheiten vergleichet? Die wahreZufriedenheit besieht also in starken regelmäßigen Bewe-gungen, in unaufhörlichen Bestrebungen nach großernund möglichen Glückseligkeiten; unsre Triebe, unsreEinsichten, unsre Ueberzeugungen, unsre Unvollkvmmen-heiten beweisen diese Wahrheit. Niemand kann zufrie-den seyn, als dessen wohlgeordnete Neigungen entwedervon selbst dahin abcilen, oder durch die Vernunft dahingelenkt werden.

Ans solche Weise, Philokles, behaupteten SiedenVorzug einer glücklichen Zufriedenheit; und da ich Ih-nen hierin Beyfall gebe: so werden Sie auch den Leiden-schaften die Gerechtigkeit wicdcrsahren lassen, daß sieunsre natürlichguten Neigungen in einer beständigenArbeit unterhalten, und sie über das Ziel der Mit-telsiraße, welche ohnedas kein Meßkünstler mit sei-'nem Srabe bezeichnen kann, zur möglichsten Voll-kommenheit treiben.

Ich