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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Der Wcrlh wohlgcwogncr Neigungen. 21

finden; und wenn wir gleich diese Belohnung bei) den sitt-lichgutenHandlungen bisweilen vermißten (indem einer,der mit Wahl lasterhaft ist, hierin glücklicher seyn kann),dennoch außer einer stillen innerlichen Beruhigung unddem angenehmen Gefühl des Sittlichfchönen, eine ewigeund überschwangliche Schadloshaltung vor uns be-halten.

In solchen Unterredungen haben wir manche ru-hige Stunde zugebracht, und ich erinnere mich derselbennoch immer mit dem größten Vergnügen, obfchon dieseErinnerungen mich manche Thränen kosten. Denn seit-dem mein Schmerz zu einer gelassenen Betrübniß gereift;seitdem der größte Verlust, welchen ich nachgehends er-litten, meine traurige Erwartung nicht mehr befremdet:kann ich sie Ihnen, Philokles, mit einer Empfindung er-zählen, welche den bewölkten Sommertagen gleicht, dieeben durch ihre Dunkelheit gefallen. Ich fand es auchzu meiner Absicht nöthig, weil ich den Werth guter undwohlgewogner Neigungen und Leidenschaften zuvor eini-germaßen überhaupt bestimmen und einige scheinbareEinwürfe heben mußte, ehe ich Ihnen sagen durfte,daß die edle Seele, deren natürliche Schönheit ich Ihnenentwerfen wollte, hierin vor vielen andern besondersglücklich gewesen.

Die mchrsien Menschen sind so stolz, daß sie die-ses edelste Geschenk der Natur für keine sonderliche Wohl-that erkennen, und auf den Ruhm eines guten Herzensgar nicht eifersüchtig sind, wenn sie> nur den Preis desVerstandes davon tragen können. Sie bewundern einenbekehrten Bösewicht, und lassen den stillen Rechtschaffe-nen unbemerkt vorüber gehen, welcher die Macht seinesSchöpfers oft mehr, als jener, verherrlichet. Allein wasist der beste Verstand gegen das beste Herz? Und wie

B ? - leicht