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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
18
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?8 DcrWerty wohigewogner Neigungen.

gründ versunkener Thäler seine stürzende Last fortwalzet,jetzt mit königlichen Kosten in seinem Laufe gehemmt,über Berge geführt, von neuem ins Thal gestürzt, unddurch die Nebenbuhlerinn der Natur gezwungen wird sichin den Wolken zu ergießen, bringt freylich der Hand,welche der Natur diese Gesetze vorschrieb, unendlicheEhre. Sollte aber die reiche Quelle, welche aus demGipfel des Berges rauschet, und sich sogleich von selbstins Thal stürzt, woraus ihre Fluth mit wenigem Ko-sten wieder in die Hohe gebracht wird, um deswillenweil sie weniger Kosten verursacht, den Werth ihrerprachtigen Wirkungen vermindern? Zwar bleibt zwischenden Meistern, welche hier ihre Große zeigen, ein wichti-ger Unterschied. Allein dieses kann den Werth der Sachean und für sich nicht verändern; oder man müßte aucheinen Dichter welcher in vierzig Jahren eine Jlias ver-fertigt, einem andern vorziehen welchem sie mit wenigerMühe in vierzig Tagen gelungen.

Kommt es bloß aufdie Ueberwindung an: fo mußdie Beleidigung des besten Freundes, wenn sie mit dermühseligsten Erstickung unsers zärtlichsten Gefühls, undnach einem blutigen innerlichen Kriege geschieht, eben soedel seyn als die Großmuth des Scipio, welcher dieMacht der kühnsten Reizungen, die Pracht eines stolzenund neuen Ebenmaßes jener gefangenen Spanierinn kraf-tig fühlte, und jung und Sieger war, dennoch aberohne Mühe sich eine Freude daraus machte sie ihrem ge-liebten Allucius zurückzugeben.

Die Ueberwindung ist ein Sieg unsers Verstandes;der Verstand ist ein Vorzug, womit sich ein Jeder gernschmeichelt. Sollte also wohl die Ueberwindung nichtum deswillen so sehr gerühmt werden, weil sie allesdasjenige auf die Rechnung des Verstandes bringt was

wir