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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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Der Werth wvhlgewogner Neigungen. 17

Pflichten zu folgen? Wenn unsre wohlgeordneten undeilfertigen Neigungen den Aussichten des Verstandes zu-vor kommen, wenn es unsre einzige Wollust ist tugend-haft zu seyn? Wenn der Geist »ur bloß erfinden darfwas unsre Pflicht sey, um unsre fertigen Triebe in einedahin aufs stärkste abeilende Bewegung zu setzen?Sollte der glückliche Besitzer einer solchen Seele nichttugendhaft seyn, ob er schon nicht nothig hat sein Herzerst durch Gründe und Ueberwindung zum Gehorsam zubringen? Sollte die Schönheit des Körpers um des-willen, weil sie nicht unser, sondern des Schöpfers Werkist, uns minder angenehm seyn? Sollte die Schönheitder Seele mit weniger!» Entzücken empfunden werden,weil sie von Natur eine so vortreffliche Richtung undStärke erhalten, daß es unserm Verstände und demallerbesten Entschlüsse unmöglich ist, das geringste daranzu verbessern?

Die Ueberwindung, wovon uns so viel gesagtwird, ist auch gar nicht nothwendig, den Werth unsrerTugenden zu erhöhe». Zwar lehrt uns unser Stolz,daß ein Helo welcher die halbe Welt besieget, unsersWeihrauchs würdiger sey, als ein andrer, welchem,zum Beweise seiner Große, die schreckliche Gelegenheitgefehlt den ganzen Erdball zu verwüsten; und wir sindmit unsrer Verehrung gegen erster» um so viel ver-schwenderischer, weil wir uns heimlich schmeicheln, füreinen jeden kleinen falschen Triumph über unsre Neigun-gen, wobey doch gemeiniglich eine vornehmere Thorheitdie geringere nur zur Schau stellet, wenigstens von demPobcl unsrer eignen Gedanken als Helden gepriesen zuwerden. Allein die Kosten der Ueberwindung, überhauptbetrachtet, geben nur ein zufälliges Maaß ab zur Be-rechnung der Tugend. Ein Strom, welcher in dem Ab-

Mid'ers verm. Schrifnn. i. Fb. B gründ