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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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-4 Der Werth wohlgewogner Neigungen.

locket, sollte:', diese die Tugend verfälschen können?Nein, Philükles. Kann die Religion sie heiligen,warum sollte nicht auch die Tugend sie vcredlcn können?Der wohlthätige Schöpfer pflanzte mit seinen göttlichenHanden Triebe in unser Herz, sanfte, edle Triebe, Triebeder Erkenntlichkeit gegen seine unendliche Gürc. Ehedie Tugend unsre Schritte lenkte, und die Vernunft un-sern Pfad bereitete, waren sie da. Wir fühlten Mit-leid, ehe die Religion uns lehrte barmherzig zu seyn;und die nothwendigen Reizungen der Schönheit erhiel-ten den Beyfall unsrer Empfindungen, ehe der Verstandihren Werth untersuchte. Die Neigung knüpfte daserste Band der Freundschaft; gottlicher Augenblick! Undwie die Tugend kam solches noch mehr zu befestigen,waren die sanftesten Entzückungen schon vorüber. DieLiebe ist eine Tugend; wer sie aber von allen demjeni-gen entblößen wollte, was sie von der Güte unsrer Nei-gungen, von der Harmonie der Empfindungen , voneinem zärtlichen Kummer, von einsamen und unzerstreu-tcn Entzückungen, und andern durch menschliche Aus-drücke noch nie geschwächten Begeisterungen erhält; werihr die Reiznugen der Schönheit, die Schmeichelei) derSiege, die sinnliche Erkenntlichkeit, und das Gefühlkeuscher Wollust entziehen wollte: der würde zwar dieLiebe, wie sie als eine Tugend von den Wcltweisen be-schrieben wird, behalten, aber hoffentlich nicht so grau-sam seyn um sie unter Menschen zu suchen,

Ich mußte hier anhalten, weil ich aus einer freund-schaftlichen Bewegung einen Einwurf zuvorfah, welchermit einiger Mühe zurückgehalten wurde. Ich räumedieses alles ein, fing er anallein, die natürliche Schön-heit der Seele gleicht der Schönheit des Körpers.Gleichwie wir aber wenig Ursache haben auf einen so

Wohl-