Der Werth wchlgttvogner Nelgungen. , l
Volker, in deren Augen jetzt eine Schöpfung neuer Freu-den vorgehet, gaben ihm noch das lelltemal zu so man-chen erhabenen Gedanken Anlaß, daß wir unsre Rüh-rungen mir dem Zweifel unterbrechen mußten: Ob mansich diesem Vergnügen, wenn man es gleich mit Rechtgenösse, auch wohl zu sehr überlassen konnte?
Znsehr? fragte ich. Ja, wo das VergnügenGutes zu thun, bloß zu einer Angelegenheit unsrer Ei-genliebe gemacht wird; wo das Wohlthun nur eineedlere Art des Vcrschwcndcns, und die Dankbarkeitbloß eine Befriedigung unsers Stolzes ist; wo der Fürstvon seiner unzugänglichen Hohe ans den niedern Theilder Menschen, als aus veredelte Insekten, herabschanet,lind ihnen bloß in der Absicht Gutes rhnt, um ihnenunter seinem Thronhimmel eine irdische Gottheit zu schei-nen : da braucht man freylich nicht lange zu fragen, obman sich einer solchen Wollust auch wohl zu sehr über-lassen könne. Allein, wo die Gerechtigkeit gegen sich undAndre die Ueberwallung unsers gutthatigen Herzens instarken Strömen fortführet; wo die Wohlthat von allerErniedrigung desjenigen der sie empfangt, befreyet ist;wo der Undank uns mehr bekümmert als verdrießet, undniemals abschreckt; wo die süße Menschenliebe, und diemit ihr befreundeten Neigungen, der bescheidenen Eü-tigkeit eines edlen Bodens gleichen, welcher seinen präch-tigen Blumen die Bewunderung der Zuschauer erwirbt,sich selbst aber nur die huldreiche Sorge vorbehält ihreWurzeln zu tränken und zu ernähren: da wird die bil-lige Zufriedenheit mit sich selbst, diese Frucht der Weis-heit, diese unberühmte und sichere Vergeltung der Tugend, je süßer und großer sie wird, allemal nur die Be-wegnngsgründe vermehren, welche uns die große undvortreffliche Pflicht auflegen uns immer vollkommner zumachen.
Aber,