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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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Der Werth wohlgewogner Ncignngen. 9

Sie erinnern sich vielleicht noch, Philoklcs,der letztem Unterredung welche wir mit ihm hatten. Eswar eben einer von ihren Lieblingsabenden, und wir gin-gen angehört und ungesucht unsre Gedanken über dienun sittsamern Rcizungen der Natur zu zerstreuen; diestille Hoheit der Nacht schien sich mit einer vertrautemVerehrung zu befriedigen; die von ihrer Arbeit gleich-sam ruhende Natllr goß auch in unsre Seelen sanftereEmpfindungen, und wir redeten von dem Vergnügeneiner solchen Ruhe nach wohlvollbrachtcn Tagen: alser uns unvermerkt auf die Glückseligkeit lenkte, welchederjenige empfinden müßte, der sich an einem solchenAbende erinnern konnte, daß wenigstens ein Unglückseli-ger durch seine Fürsorge unbekümmerter schliefe, undmorgen mit dem Danke für seine Wohlthat zufriedenererwachte. Wie stark war nicht seine Rede! Mir deucht,ich höre es »och wie er zu uns sagte: Diese Erinnerun-gen lassen mir manchen Abend in sanften Entzückungenverfließen, und manche freudige Thräne danket demSchöpfer der Freude für die Mittel wodurch ich die Sor-gen eines Elenden vcrmindre; ich suche oft die der Be-trachtung so günstige Stille des Abends, um für michallein neue Entwürfe zum Besten dieses oder jenes Un-glücklichen zumachen; ich überlege, wie ich seinen Wün-schen zuvorkommen, seiner Empfindlichkeit schonen, undseine bedrängten Uni stände so unvermerkt verändernwolle, damit seine Tage in gesegneter und freudiger Ar-beit, seine Nächte ohne ängstliche Rechnungen, undseine Abende eben so ruhig, als jctzo der unsrige ist,dahin gehen mögen. Dann stelle ich mir die Zufrieden-heit dieses Mannes vor, ich male mir sein dankbcgieri-ges Herz, sein Vergnügen über den Schöpfer, die Em-pfindungen womit er mich bewillkommen würde, wenner seine» Wohlthäter kenncte: und alle diese reizenden

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