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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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6 Der Werth wohlgewogner Neigungen.

mehrere Aufmerksamkeit zn erwerben, den Werth ihresstarken und glücklichen Einflusses in alle Arten von Tu-genden zu zeigen, und dadurch ein Vorurthcil zu schwa-chen welches die Tugend schlechterdings zu einer Fruchtunsers Verstandes macht, und solche sogleich einerFalschheit beschuldigt wenn eine Süßigkeit der Empfin-dung, ein sanfter Hang der Neigung, oder eine starkeLeidenschaft sich mit ihr vereiniget. Der Graf vonChaftsbury hat diese Lehre zwar schon in ein schönesSystem gebracht, und den Anbau unsrer Neigungen zudem Hauptvorwurf seiner Sittenlehrc gemacht; weil eSaber manchem, welcher die Tugend bloß für die mora-lische genommen, zu gefahrlich geschienen solche schlech-terdings von unsern Neigungen abhängen zu lassen, dadoch, in einem allgemeinen ^Pegriff, die Güte eines je-den Dinges auch seine Tugend ist- so habe ich die Güteunsrer Neigungen und Leidenschaften erstlich als eineTugend in diesem allgemeinen Verstände genommen,und sie hernach zur moralischen erhoben, wenn der Ver-stand diese Neigung als eine solche gebilligt, welche un-sern Pflichten und unsrer Bestimmung gemäß gewesen.

Und auf diese Art isi den guten Neigungen ihr vor-trefflicher Werth behalten, und das Feld der menschli-chen Tugenden erweitert worden, ohne baß mir derVorwurf gemacht werden kann, welcher dem Grafenvon Shaftsbur») gemacht worden. Ich halte es füreine sehr traurige Bemühung, die Falschheit der mensch-lichen Tugenden gar zu genau aufzusuchen, und Lcib-nitz hat schon ans diesem Gesichtspunkt die bekannteFranzösische Abhandlung davon mißbilligt. Denn wennman so weit gehen und die ganze Kraft der besten Nei-gungen für nichts rechnen, mithin alles auf eine freyeWahl der Seele ankommen lassen will: fo befürchte ich,

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