Der Werth wohlaewogncr Neigungen, s
ches aber fast zu starkes Mißtraueil setzte; wie er dennnoch in seinen letzten Tagen, als ihm die Abhandlungvon der herrschenden Mode großmüthigzu sterben durch ihren würdigen Herrn Verfasser*)übcrschickt wurde, sehr unzufrieden mit sich selbst war,daß sein angcborner Muth in ihm eine Geduld mit wir«kete, welche er bloß dem Glauben zu danken habenwollte. Ich hatte darüber vorher schon eine Unterre-dung mit ihm gehabt, und darin zu erweisen mich be^mühet, daß die natürliche Güte und Ordnung unsrerLeidenschaften in Absicht unsrer zeitlichen Rnhe undGlückseligkeit sehr große Gaben eines weisen Schöpferswaren, welche wir mit einer dankbaren Zufriedenheit er-kennen, und nur dabey bedenken müßten, daß die voll-kommenste unter allen uns nicht den mindesten Anspruchaus die ewige Glückseligkeit geben konnte, weil diese einebloße Gnade wäre, welcher wir nicht anders als unterden damit verknüpften Bedingungen theilhaftig werdenmochten; der natürliche Mensch konnte zu keiner Gerech-tigkeit, welche vor Gott gelte, gelangen; und also wäresein größtes Verdienst in dieser Vergleichung vollkommenungültig und untüchtig. Allein er konnte seine zeitlicheRuhe und Zufriedenheit, sein rechtschaffenes Vergnügenauf Erden und auch in der letzten Stunde damit beför-dern , und sein Gemüth solchergestalt Überbein in eineVersassung bringen, worin es der Gnade Gottes destoruhiger und seliger genießen könne. — Und aus dieseWeise beruhigte er sich um so vielmehr, je starker dieseedle Gemüthsverfassung in ihm durch den Glauben ge-heiligct wurde.
Ucbcrhanpt aber habe ich langst eine Gelegenheitgewünscht, unsern Neigungen und Leidenschafren eine
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Den Generalsuperintendenten Jacob! z» Zcll».