102
Leben
der an, und liebte sie väterlich. Ihnen und seinendortigen Freunden, welcke den Zirkel seines Umgangsauvinachten, dankte er die glücklichsten Stunden sei«.neS Alters. Er erwähnte ihrer oft gegen mich beyunserm Aufenthalte in Pvrmont, wenn er sich seineszufriednen Lebens in ssiner Vaterstadt freute. Mitwelcher innigen Freundschaft ich selbst an ihm hing,sowohl ehe ich ihn personlich kannte, als nachdem ichihn im Jahre >781 persönlich hatte kennen lernen,wie vieles Vertrauens er mich würdigte, an wie vie«len Seiten unsere Gesinnungen sich berührten, hierzu beschreiben, würde vielleicht anmaßend ausfihen,und doch meinem Herzen nicht genug thun; meinenLesern aber würde jede Beschreibung nur schwachscheinen: denn die Innigkeit der Empfindungen ver«trauter Freundschaft und der Liebe können ihrer Na»tur nach dem großen Publikum nie ganz offen seyn.
Mösers Person war von mehr als gewöhnlicherGröße, so sehr daß sich sein Vater nicht traute, ihnvor dem Jahre 1740 außer Landes auf eine hoheSchule zu schicken, bis König Friedrich Wilhelm I.von Preußen gestorben war, welcher bekanntlichglaubte, auf alle Jünglinge, höher als fünf Fuß sie-ben Zoll, ein göttliches Recht zu haben, sie seinergroßen Grenadiergarde einzuverleiben. Er war starkvon Gliedern, alle im äussersten Wohlverhälrnisse.Sein Gang war fest, nicht schwankend, nicht statt-lich, nie übereilt. In seinem Angesichts war eine