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Leben
frcymüthig zu seyn ohne zu beleidigen, viel zu sagenohne Prätension, belehrend zu seyn ohne Lehrerton,ausführlich ohne Langeweile, deutlich ohne Seich-ligkeit, gründlich ohne Dunkelheit und Steifsinn.
Mosermußte durch diese Talents bey uns umsomehr glänzen, je seltner sie von jeher in Deutschlandbey den Schriftstellern waren, welche für die Weltzu schreiben vermeinten. Sie schrieben oft nur fürsich und ihren engen Gesichtskreis. Es mochte vonnicht wenigen deutschen Schriftstellern, auch vondenen welche uns ihre eigene reine transscendentaleVortreflichkeit selbst auseinander zu sehen bemühetsind, wohl mit Recht heißen können: „Ler Komme„a Kien 6u merire, mais e'eli 6u bäume üans uu vi-„Iglu vsls. 8'il clk lavum, rsnr mieux pouö lui,„mais non xias ranr mieux pour les amres ^°)." Sowar Möser nicht.
Möser als Schriftsteller ist schon sehr richtigmitFraMm verglichen worden^. Allerdings sin-deksich in allen Aufsahen beider Schriftsteller „ein„Anstrich von Sonderbarkeit, verbunden mit thati,„ger gesunder Vernunft und Menschenliebe." Beybeiden sind „Originalität, Eifer zur Verbreitung„heilsamer gemeinnütziger Wahrheiten, Witz und„Laune" beynahe in gleich großem Maaße anzutref-fen. Indeß da Franklin's gelehrte und politischeLaufbahn ganz anders gerichtet war als Mösers, so
') S. Sturz Schriften i. Th. S. 1:5.
") S. Berlinische Msnatsschrift -78Z- Iul. S. Z7. Z8.