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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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Ittstuö Mösers. 59

behalten; so konnte er manche Wahrheiten nicht ge-rade heraus sagen, so mußte er sich hüten zu belei-digen; und es wird leicht für Beleidigung geachtet,wenn man Vorurthcile geradezu angreift, die mitdem Nutzen der Machtigen verknüpft sind.

Um Mosers Aufsatze über das Leibeigcnthum nichtunrichtig zu beurtheilen, muß man auch immer vorAugen haben, daß er lokal von dem im HochftifteOsnabrück noch besiehenden Leibeigenthume spricht,welches allerdings von andrer Beschaffenheit und ansich viel milder isi, als in manchen andern Landern,und dadurch daß die Rechte des Gutsherrn und desLeibeigenen besiimmt sind, und daß der Leibeigene ge,gen seinen Herrn Recht erlangen kann, weit ertrag,licher wird; wobey auch nicht vergessen werden muß,daß mit dem freilich immer an sich harten Zustandeder Leibeigenschaft zufällige Vortheile verknüpft seynkönnen *). Möser gehörte nicht zu den theoretischenPolitikern, welche sich mit Traumen über ein leichtzu entwerfendes, nie aber ausznführcndesJdcal einervollkommenen Staalsverfassung herumtreiben; son,dem er lebte in der wirklichen Welt, und suchte dar-in zu wirken. Er wußte sehr wohl, daß ein Uebel,welches in eine gegebene Verfassung tief eingreift,nicht allemal ganz gehoben, sondern oft nur gernil,dert werden kann; und zur Milderung dessen was disLeibeigenschaft Hartes hat, war Möser in seinem Ge-

') Man sehe j, B. Mösers Phaiitasi'se», IV. Theil. S. ;- z.