42
Lebe»
sollte das so oft eutgegengeseHte Interesse zugleichbeider Parteyen besorgen *). Der Einsichtsvollcstehatte hier scheitern können; und es würde kein Be,weis eines wesentlichen Fehlers seyn, wenn ein Ge-schäftsmann in solcher schwierigen Lage, auch beyder unbescholtensten Aufführung, irgendeiner der eut«gegengesehten Parteyen hatte mißfallen müßen.Aber es ist ein Beweis der seltensten Geschaftsgaben,verbunden mit unerschütterlicher Rechtschaffenheit,Uneigennüßigkeit, Klugheit und Billigkeit: daß, beyso manchen vorkommenden äusserst verwickelten Fal-len, jedermann mit Möscrn zufrieden war, auch nach-dem der Fürstbischof wirklich zur Regierung kam:eine Epoche wo sich gewöhnlich manche Gesinnungenzu entdecken pflegen, die unter einer vormundschaft-lichen Regierung verborgen blieben. Und als da,malS in vielen Stücken Manches sich änderte, bliebMösern dennoch fortdauernd das Vertrauen desBischofs und der Stände.
Im Jahre 1762 war ihm mit Beybehaltungseiner andern Aemter, von dem wahrend der Sedis-vakanz regierenden Domkapitel, die mit einem gu-
') Dieß dauerte viele Jahre lang. In seinem Briefe anmich No. 4z, schreibt er bey Gelegenheit seines Amtsju-biläum (s. unten S- -»6 die Note): „Ichkann mit Wahr-heit sagen, daß mich in den fünfzig Jahr"» vieles er-„fteuet, wenig betrübt und nichts gekränkt hat, ungs.-„achtet ich in sehr besondern Verhältnissen stehe, indem„ich Herren und Ständen zugleich diene, für diese die„Beschwerden und für Jene die darauf zu ertheilende»„Resolutionen angebe, lic vice verl»."