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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Z2 Lebe»

bere glaubwürdige Personen schilderten jenen Mannals einen stolzen, hcrrschsüchtigen und höchst intoleran-ten Geistlichen. Möser allein wagte es, so oft sich dieGelegenheit darbot, das Recht der Unterdrückten ge,gen den sehr machtigen und höchst despotischen Statt,Halter vor Gerichte zu vertheidigen. Schon hier,durch erhielt er früh das uneingeschränkte Zutrauenseiner Mitbürger, so daß auch im Lande nicht leichtein erheblicher Rechtsstreit geführt ward, in welchemMoser nicht von einem Theile wäre um Rath ge,fragt worden. Daher bekam er auch auf Vermit,telung der Landstande, besonders der größtentheilsprotestantischen Ritterschaft, wie eben gedacht, dieStelle eines ^ävocarus?arriae.

Es ist ein merkwürdiger Zug an Möfern, daß ervon Jugend auf eine Abneigung fühlte ein richter»liches Amt zu übernehmen vielleicht, weil er nichtgern entschied; und daß er hingegen, wie er selbstoft sagte, mit Leidenschaft Advokat gewesen war:vielleicht, weil er da mehrere Seiten eines Gegen-standes besser untersuchen, entwickeln, und gegeneinander stellen konnte. Diese seine Lieblingsbe,schaftigung in seinen besten Jahren hatte gewiß kei,nen geringen Einfluß auf die in seinen Schriften soauffallende Manier, Gründe und Gegengründegleichsam einander entgegen aufzuführen, ja wohlgar Gründe für eine Meinung aufzusuchen, welchenicht eigentlich die seinige war. Auch beförderte sei,n« Praris als Advokar wahrscheinlich bey ihm die