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Leben
cr gegründet ist, mögen sie sonst auch beschaffen seynwie sie wollen, weil jener sonst nicht bestehen kann.So wird in Osnabrück, wie in sehr vielen Sraatenvon allerley Beschaffenheit, Wahrheit auf Irrthumgegründet, und die Folgen finden sich auch nach dempraktischen Verhaltnisse des Irrthums und derWahrheit.
Endlich veranlasset auch die dem kleinen Osna,brückschen Staate ganz eigene Verfassung, welchesich bey keinem andern findet, daß nämlich dessenLandesherr wechselsweise ein Katholik oder einProte,staut ist, wechselsweise zum Cölibat gezwungen oderverheurathet, wechselsweise ein deutscher katholischerEdelmann, welcher sechszehn Ahnen aufzuweisenhat, oder ein Prinz aus einem deutschen Kurhause,welches aber seit Menschengedenken nicht eigentlichdeutsch ist, ganz eigenthümliche und verwickelte Ver,Haltnisse. So lange ein Bischof lebt, hangt es vonihm allein ab, wem cr die Besorgung der Regie,rungsgeschafte auftragen will. Ist also der Bischofkatholisch, so haben die Katholischen die nächste Aus-sicht dazu; ist er protestantisch, die Protestanten;und es bleibt natürlich, daß die Religion zu welchersich der Landesherr bekennet, seinen Religionsver,wandten immer zu irgend einigem Vortheile gereicht.Die Lage eines Staats, zumal eines kleinen, der ausKatholischen und Protestanten gemischt ist, verursachtauch ganz natürlich mehr oder minder die Aufmerk,samkeir beider Theile auf einander. Die katholischen