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Leben
au mich°") berichtet er selbst, „daß er seine ersten„Gchulübungen nach Marivaux gemacht, und„damals seinen Gr. lLvremom mehr als zehnmal„durchgelesen habe." Wenn man die Schreibartund die Weltkenntniß dieser beiden französischenSchriftsteller gegen die rohe Schulgelehrsamkeit hält,welche damals in Deutschland nur allein für Gelchr,samkeit galt, so ist leicht einzusehen, daß ein Jung«ling, der schon in seinen frühen Jahren ihnen so vielGeschmack abgewann, daß er sie mehrmals durchlas,hellere Ideen über Schulweisheit und wirklichesmenschliches Leben von der Universität zurück brachte,oder doch bald nachher sich erwarb, als mancher vonseinen grundgelehrten Lehrern je erlangt hat. Ueber,dieß ist zu bedenken, daß Möscr in seiner frühernJugend sich nicht etwa nach Marivaup spitzfindigendramatischen Stücken bildete, sondern nach dessenbeiden Romanen, wie aus seinem obigen Schreibenerhellet. Diese sind aber in ihren höchst interessan,ten Situationen, in ihren so sehr wahren und so feinnüancirten Charakteren, voll treffender Menschen,kcnntniß und biegsamer Philosophie des Lebens, welchedie Menschen nimmt und beurtheilt wie sie sind undseyn können, worauf die störrische erfahrungsloseSchulweisheit gewöhnlich gar nicht achter. DemJunglinge, verschon jene zu fühlen und zu schätzenfähig war, konnte diese wohl eben nicht sehr, wenig,stenö nicht lange behagen.
') S. im gedruckten Briefwechsel Nr. ?6.