Justus Mösers.
bürgerlichen Gesellschaft regieren zu können, beson,derS aber derjenigen, welche jetzt wieder so laut an«kündigen, daß sie mit ihren theoretischen formalenGrillen die wirkliche Welt, die sie nicht kennen, sehrkräftig verbessern oder gar umkehren wollen.
Möser wußte übrigens damals schon, daß manauf Universitäten, wenn man da nur hört, eigent«lieh nicht ftudirr, sondern daß man alsdann eigentlichzu studiren anfangen sollte, wenn man die Hörsäle ver«läßt; und daß das menschliche Leben, mit seinsrgroßenMannichfaltigkeit, ein höchst studirenswürdiges, abernur für den hellen und beobachtenden Kopf offenesBuch ist. Die früheste Bildung im väterlichenHause muß ihn außerdem schon dürrer Schulweis«heit abgeneigt gemacht, und ihn eher auf Weisheitgeführt haben, im menschlichen Leben anwendbar.Diese wird weder durch störrige Demonstrationennoch durch steife Deduktionen erlangt, sondern bildetsich nach und nach durch Kenntniß der Neigungenund Charaktere der Menschen, und durch helle Re«sierionen darüber.
Sein Vater war ein im Lande sehr angesehener,äußerst thätiger Geschäftsmann. Seine Mutter ge-hörte zwar zu den guten westphäl-schen Hausfrauen,welche das Wirthschaftöwesen für den ersten Zweckihres Daseyns halten, und die also ihre Kinder auchhauptsachlich dazu erzog; aber sie liebte doch diefranzösische Sprache, und wies ihre Söhneauch von Jugend auf dazu au. In einem Schreiben
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