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Bericht über die zur Ausführung des Niederschlesisch-Märkischen-Eisenbahn-Unternehmens bis zum Ende des Jahres 1844 getroffenen Einrichtungen
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Brückciil> ciliten und W cg cübcrg n » g r.

Die Bcträchtlichkeit dcr Erdarbeiten, welche der Bau der Niederschlesisch-Märki-schen Eisenbahn fordert, wird aber verhältnismäßig noch weit überragt durch die Zahl unddie Größe der Briickcnbautcn, durch welche die Bahn über den Bober, die Neiße und an-dere Flüsse, so wie über zahlreiche kleine Bache und fließende Gewässer geführt werdenmuß. Auf dcr ganzen Bahnstrecke kommen nahe an 1100 Viaducte, Brücken und Durch-lässe vor: und wenn darunter auch die meisten unbedeutend sind; so umfaßt dagegen dochdie Minderzahl dcr bedeutenden Viaducte und Brückcnanlagen so großartige Bauwerke,daß eine solide Conftruction derselben aus dauerhaften, zum Theil aus ziemlicher Entfer-nung herbeizuschaffenden Materialien, nicht ohne großen Kostenaufwand bewerkstelligt wer-den kann. Die fünf größten Viaducte oder Brückenbauwcrke, welche auf der Bahnlinievorkommen, nämlich über die Neiße bei Görlitz, über den Bobcr bei Bunzlau, über denQueis bei Siegersdorf, über die Neiße bei Guben und über ein Seitcnthal der Neiße beiHennersdorf, nehmen allein einen Kostenaufwand von etwa 1Z Million Thalcrn inAnspruch.

Von diesen Bauwerken ist dcr Viaduet bei Görlitz überhaupt als vornehmstesBauwerk der ganzen Bahn z» betrachten. Dasselbe überschreitet das Thal dcr Neiße ineiner Höhe von 113^ Fuß von der Sohle des Pfeilers bis zur Höhe dcr Fahrbahn, undbesteht aus 31 Oeffnungen, welche eine Länge von 1500 Fuß einnehmen. Die Anordnungist so getroffen, daß die Ueberbrückung der Neiße zunächst dem hohen linken Fclsufer durchsechs in zwei Gruppen getheilte Bogen von 00 Fuß Weite bewirkt wird; hieran schließensich fünf 40 Fuß weite Bögen, worauf noch drei Bogeugruppen von achtzehn 30 Fußweiten Oeffnungen folgen. Der Anschluß beider Seiten des Viaducts wird durch zweiBögen von 40 und 24 Fuß Spannweite bewirkt, von denen sich dcr erstcre gegen daslinke felsige Ufer stützt, der andere mittelst seines Widerlagers die Verbindung mit dcr 34Fuß hohen Dammschüttung herstellt. Die sämmtlichcn Pfeiler werden, mit Ausnahme derim Neißebett stehenden, auf Fels, letztere auf Pfahlrost gegründet. Die Breite des Via-ducts beträgt 27^ Fuß, die Geländcrmaucrn erhalten 4 Fuß Höhe und werden zweiBahnglciscn neben einander darauf angelegt. Das ganze Bauwerk wird aus Granit vondem etwa eine Meile entlegenen Königshain ausgeführt, und sind die Kosten auf 013,000Thaler veranschlagt.

Der Viaduet über das Bobcrthal bei Bunzlau erhält eine Gesammtlänge von1550 und wird 72 Fuß über den gewöhnlichen Wasserstand des Bobcrs hoch; dasBauwerk besteht aus fünf Bogeugruppen mit 35 Oeffnungen, von denen die beiden