Versuch von 1547. ßgZ
zu gründen. Aber cs fehlte hier vor allem der ernste religiöse Trieb,der alle Hindernisse zu überwinden weiß, der unter schwierigen Ver-hältnissen sein Ziel um Gottes Willen verfolgt und aufrecht erhält.Die Einsicht humanistisch gebildeter, evangelisch gesinnter Männer riefdie Anstalt ins Leben, aber der hervorragendste starb bald, und dieEnergie der andern erlahmte, sobald sich das Werk nicht glatt undohne Anstoß entwickelte. Wenn cs auf den Rat angekommen wäreund nicht im Hintergrund manche durch Gewissensnot getriebeneKraft sich geltend gemacht hätte, so wäre auch die Reformation hierin Gefahr gekommen. Solche in der Volksseele arbeitenden Kräftewirkten weniger ans die Errichtung einer höheren Schule; diesebedarf überdies der festen planmäßigen Leitung des Regiments, und diefehlte hier gänzlich; erst als die zielbewußte brandenlmrgischc Regierungdie Sache in die Hand nahm und unablässig verfolgte, gelang sietrotz der Ungunst der Zeiten, selbst inmitten des Wjährigcn Krieges.Man muß freilich zugeben, daß für eine höhere Schule die Zeit-vcrhältnissc sich immer mißlicher gestalteten; aber, als man die Sacheangriff, waren sie recht günstig; cs fehlte jedoch an fester Entschlossen-heit und Opfcrwilligkcit.
Es ist schon öfter erwähnt, daß Herzog Wilhelm von Clevesich allezeit die Gründung von Schulen angelegen sein ließ, daß imJahre 1545 die sofort unter Monheim zu großer Blüte gelangendeDüsseldorfer Schule gegründet, daß seit dem Jahre 1555 dieErrichtung einer Universität zu Duisburg betrieben wurde. ImJahre 1554 erließ er eine Landcsordnung, in der unter dem Titelvon den Schulen dringend zur Unterhaltung und Verbesserunglateinischer Schulen in allen Städten aufgefordert wurde.
Der erste Versuch zur Hebung der Duisburger Schule fand bereitsim Jahre 1547 statt. Die Nachricht ist versteckt in der oben erwähntenAnklage gegen die Bürgermeister Robert Vogel, Johann Gym undGottfried Tybus, die im Jahre 1555 dem Herzog von Cleve zuDinslaken überreicht wurde.') Dort lesen wir, daß im Jahre 1547Mr. Petrus Silvins Leidanns berufen wurde und mit zwei Uutcr-lchrcrn thätig war, von denen der eine Mr. Vhth, der andere Mr.Thönis genannt wird. Der letzte wird vermutlich der alte Leiterder Stadtschule gewesen sein. Gute Freunde der Schule hätten zuden Kosten beigetragen, dazu die Stadt die erhebliche Summe von218 gul. ausgegeben. Nun hätte man zwar gerne gesehen, daß dieSchule zur Wohlfahrt der Jugend und zur Beförderung der Stadtgediehen wäre; aber sie sei durch die Bürgermeister zu Grunde
') St. .4. 130 VI.
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