662 s 71- Das Gymnasium von 1559.
wird, i) lag an dcr Trcppc zur Salvatorkirchc, beim Eingang in dicPfcffcrgassc; die 1512 erbaute, van Wassenberg hochgepricscnc neueSchule steht noch gegenüber dem jetzigen Gymnasium Salvator-kirchhof Nr. 4d.
Ohne Zusammenhang mit der Stadtschule gab es auch vor dcrReformation einzelne Privatlchrer. Nur einmal erfahren wir voneinem solchen. 1541 wird vom Rat dem Meister Dirik dem blindengestattet, von auswärts Jungen zu sich zu nehmen, daß sie seineLcktioncs hören und von ihm gebührlich unterrichtet werden, wie esvon einem guten Lehrer geziemt. Ferner wurde beschlossen, wennEltern ihre Kinder anderswohin, als auf dic Stadtschule bringenwollen, so soll ihnen erlaubt sein, „sie zu Meister Dirik zu schicken,UP dat unser bocrger linder up den ininstcn kost tot gucdc lcringckamen moegen".
§ 71. Das Gymnasium von 1559.
lieber die Duisburger Schule seit 1559 hat Professor Köhneneine ausgezeichnete Abhandlung in den beiden Programmen deshiesigen Königl. Gymnasiums vom Jahre 1851 und 1852 geliefert,von denen manches wörtlich hier wiedergegeben wird; indessen aufGrund dcr Stadtrcchnnngcn und Ratsprotokolle und des MolanusBriefe, dic Köhnen damals noch nicht bekannt waren, werden wireinige erhebliche Nachträge über dic Gründung der neuen Schuleund über die Stadtschule bis 1610 bringen und ihn in einemwichtigen Punkte berichtigen müssen. Das jetzige Gymnasium näm-lich ist nicht eine Fortsetzung und Weiterbildung der 1559 errichtetenneuen Schule — denn diese ist nach einem Bestände von nur 3stzJahren vollständig eingegangen — sondern dcr alten Stadtschule,und man hätte 1859 mit mehr Berechtigung das 600jährigc als dasdrcihundertjährige Stiftungsfest der Schule feiern können.
Weit dcr Reformation tritt auch dcr Jugcndunterricht in eineneue Epoche ein. Das zeigt sich in Duisburg ans mancherlei Weise,unter anderm in dem wiederholten Versuche eine neue höhere Schule
st Kath. Kirchenarchiv. Jnventarium von 1574. st Siehe oben S. 212Anm. 5. st Lt. 543 fol. 20.