Die ältesten Zeugnisse.
sic mit dem ihnen etwa gewährten Schadenersätze die Schuld soforttilgen.
Es ist wohl anzunehmen, daß dieser Magister Jakobus inallen drei Urkunden ein und dieselbe Person ist. Er ist Geistlicher,denn einen Laien würde die Kirche niemals berufen haben, in einemovr geistlichem Gerichte geführten Rechtsstreite eine führende Stellungeinzunehmen. Er ist Rektor der Schüler oder der Schule. Denndie Abkürzung saolar. kann ebensogut zu seolnrinin (der Schüler)wie soolarnm (der Schulen) ergänzt werden. Wir werden aber auchin letzterem Falle nicht mehrere Schulen anzunehmen haben, sondernnur 2 oder mehr Klassen, denn auch die einzelne Klasse hieß seola,Schule, i)
Was war das nun für eine Schule? Von Kloster-, Dom- undStiftsschnlc kann keine Rede sein. Es bleibt nur übrig, daß eseine Pfarrschulc oder eine Stadtschule war. Wir müssen um zueiner Entscheidung zu kommen, zunächst fragen: In wessen Interesselag die Gründung einer Schule zu Duisburg? Die beiden Pfarr-kirchen waren in Besitz des Johanniter- und deutschen Ordens. DieOrden sandten zur Bekleidung des Pfarramtes ihre Mitglieder; sichatten nur geringes Interesse an der Errichtung einer Schule in Duis-burg; das war auch für den jeweiligen Geistlichen kaum oder nur ingeringem Maße vorhanden; denn den Schülcrchor für den Kirchen-gesang stellte auch die Stadtschule. Für die Stadt aber war eineSchule hoch notwendig geworden. Seit der Mitte des 13. Jahr-hunderts hatte sic großen Aufschwung genommen; sic war auch zueinem hohen Maße der Selbstverwaltung gekommen. Sic mußteLeute haben, die lesen, schreiben, rechnen konnten, dazu auch imLateinischen ein wenig unterrichtet waren in einer Zeit, wo fast alleöffentlichen Schriftstücke lateinisch abgefaßt waren, zumal in einem Ortewie Duisburg, in dem alle Verträge über liegendes Gut vor Schöffenschriftlich aufgezeichnet sein mußten. Nun sehen wir überdies ausder letzten Urkunde, daß der Magister Jakvbns zu der Stadt-verwaltung in näherer Beziehung stand. Denn es handelt sich hierja nicht um ein gewöhnliches Geldgeschäft; zumal da es doch wohlals gewiß anzunehmen ist, daß er und seine Genossen das Geld nichtvon sich gegeben, sondern als einen Freundschaftsdienst der StadtDuisburg überbracht haben. Wir haben deshalb wohl anzunehmen,daß Meister Jakobns zugleich Stndtsekrctär und reotor savi. war.
!) Kleine, Festschrift znr Einweihung des neuen Gyninasinlgebäudes.Wesel. Kühler 1882. S. 7.