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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
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und die Entwicklung der religiösen und kirchlichen Verhältnisse. 575

jedoch mit sich, daß sie weder Luther noch Calvin für ihr Partci-hanpt ausgaben; denn der Herzog wollte keine Lutheraner und erstrecht keine Calvinistcn oder Reformierte in seinen Landen dulden;der einzelne Geistliche mochte mehr diesen oder jenen anhangen, dieGemeinden bekannten sich zum Worte Gottes oder zu der revidiertenaugsburgischen Konfession oder zu der von Erzbischof Hermann vonKöln unter Mitwirkung von Melanchthon und Brenz hergestelltenRcformations-Ordnung. Bürgermeister und Rat beriefen sich vordein Herzog 1554 für ihre Abcndmahlsaustcilnng nur ans das WortGottes, nicht ans irgend ein Symbol.

Die Zeremonien aber blieben, außer in Wesel, nach dem Willender Regierung fast überall die alten. Und selbst in Wesel, wo beiAufhebung des Interim das Meßgewand (oasnla.) abgeschafft war,mußte es auf Befehl des Herzogs seit 1559 bei der Abendmahls-fcier wieder angelegt werden. Ein Nculutherancr, Stein, weigertesich ebenso wie der dcutsch-rcformiertc AnHanger der AngsburgerKonfession, Bommel, und beide mußten ihr Amt verlassen. Erst1589 wurde in Wesel der Chvrrock wieder abgelegt. Die Ein-setzungswortc des Abendmahls wurden bis 1698 gesungen, „der Tischdes Herrn" erst 161L aufgestellt; die Heiligenbilder wurden 1595ans den Kirchen genommen.

In Duisburg nun ging die durch Anstellung Rithlingcrs be-förderte Bewegung vom Bolle aus; und unter dem Einfluß der ein-gewanderten Flamländer finden wir am Anfang reformierte Ge-bräuche. Rithlinger hatte 1554 einen Abcndmahlstisch benutzt, dasBrot gebrochen und Leute sogar ohne Beichte zugelassen. Aber derRat behielt die Leitung in Händen und suchte den Anstoß bei Hofeviel mehr zu vermeiden als die von Wesel; die Abgesandten erklärtendaher auch gleich, daß die Unterlassung der Beichte nicht mit ihremWissen und Willen geschehen sei. Dementsprechend wurde auch einunparteiischer Katechismus, der des Urbanus Nhcgins, eingeführt.Es gicbt von demselben eine größere und eine kleinere Ausgabe.Mir haben die Ausgaben des kleineren von 1595 und 1569 vorgelegen.Er geht von lutherischer Anschauung ans; aber ein Gegensatz gegenreformierte Lehre tritt selten auf, höchstens an zwei Stellen: Auch dieGottlosen empfangen den Leib Christi, nicht jedoch geistlich zum Heil,weil sie nicht glauben; denn auch Judas hat das wahre Sakramentdes Fleisches und Blutes Christi mit den übrigen Schülern gegessenund getrunken, wie Augustinus bezeugt. Und Von der Beichte sagt

9 Oben S. 526. 9 Wolters, Weseler Reform.- Geschichte S. 329 AnmZeitschrift des berg. Geschichtsvcreins II 68.