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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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ß 66, Der Bekenntnisstand ver evangelischen Gemeinde

66. Der BekeimtnGstand der ersteil evangel. Gemeindeund die Entwicklung der religiösen und kirchlichenVerhältnisse.

Bestimmte Nochrichten sibcr den Bekenntnisstand der erstenDuisburger evangelischen Gcincinde haben wir nicht; doch gicbt esAndeutungen genug, welche uns eine wahrscheinlich zutreffende Vor-stellung erlauben. Zunächst ist zu bemerken, daß die westlichen Pro-vinzen Deutschlands mehr dem reformierten als dein lutherischenKirchcnwcscn zuneigten, zumal dort, wo die evangelischen Gemeindennicht durch Anordnung der Obrigkeiten und Fürsten entstanden,sondern ans den religiösen Bewegungen im Volke hervorgingen.Aber von Anfang an standen dem zwei Dinge entgegen. Erstenswurde» die Lehren Luthers in diesen Gegenden früher verbreitet, undsodann war die reformierte Lehre im Reiche nicht anerkannt, wohlaber die lutherische; diese freilich in der Form der revidierten Augs-bnrgcr Konfession von 1546, die auch Calvin unterschrieben hatte.Im Gegensatz zu ihr bildete sich allmählich eine lutherische Partei, welchediese melanchthonischc Schrift als eineVcrschlechterung, als eine Fälschungdes reinen Luthertums ansah. Alan könnte sie mit Wolters ') Ren-Lutheraner nennen. Nach Luthers Tode gingen sie bekanntlich dazuüber, Melnnchthou als den schlimmsten Feind der reinen Lehre an-zuklagen und heftig anzugreifen. Ihre Führer waren überhaupt vcr-folgungssüchtigc Zeloten, die großes Unheil anstifteten. Zwei der-selben, Hcßhns und der Superintendent von Lemgo, der Kirchcn-gcschichtsschrcibcr Hamclmann, haben zeitweise auf Wesel und andereOrte des Nicdcrrheins großen Einfluß ausgeübt; zuletzt aber kam,wesentlich unterstützt von den reformierten Niederländern, am Niederrhcin die melanchthonischc Richtung zur Herrschaft, die man als diedeutsch-reformierte bezeichnen kann, während die Anhänger derselbenvon den Nculnthcrancrn schon im Anfang der fünfziger Jahre Calvi-nistcn genannt wurden und sie selbst sich als Angsburgcr Konfcssions-verwandtc bezeichneten. Und dies thaten sie nicht nur, um sich denSchutz zu sichern, der dm Bckennern dieses Symbols zustand, sondernauch, weil sie im wesentlichen ans diesem Grunde standen. In de»Fragen aber, welche seitdem zwischen Lutheranern und Calvinistcnstrittig wurden, z. B. in dein Exoreismns bei der Taufe, standensie auf Seiten Calvins. Die Rückficht auf die Obrigkeit brachte es

y Geschichte der Wcsclcr Reformation.