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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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K 64. Die Gegenreformation.

verbittert worden. Es gäbe ober onch Leute, welche wohlbedacht diesWerk und seinen Ausgang den rechten Ursachen zuschrieben und denGrafen nm so viel mehr beschuldigten, daß er nun viele Jahre hin-durch ein Vorsteher und Vorgänger aller bösen Aufwiegler in Ver-änderung der Religion gewesen und nicht allein seines DurchlauchtigenFürsten und Herrn Lande aufrührerisch gemacht und ans den gemeinenLandtagen allerhand Zwiespalt angestiftet, sondern von Anfang desverderblichen Kriegswesens an mit den Feinden gemeiner Wohlfahrtgcrntsehlngt hätte. Der gemeine Ruf und Wunsch stimmten in demübcrcin, daß der Graf nicht allein nach Kriegsrecht, sondern auchnach göttlichen und weltlichen Rechten und nach seinem VerdienstLohn empfangen habe und werde vielen andern ein Excmpcl sein,sich besser zu bedenken, und das gemeine Volk zu Gebühr und Gehor-sam bewegt werden.') —

Aehnlich wie dem Grafen von Broich erging es andern Ketzern:das Schloß Dicrsfort, Eigentum des Erbhofmeistcrs von Wylach,ward ausgeraubt, obwohl man ihm einen Schutzbrief ausgestellthatte; dem Herrn von Dicpcnbroick ward sei» Schloß Empel geplündertund der Vorhof verbrannt, er selbst in Gefangenschaft geschleppt.Das Haus Bellinghoven, Eigentum derer von Bcrnsau, wurde er-stürmt, alte Habe geplündert, alle Insassen ermordet. Ebenso erginges dem Hause Groin; das Schloß Aspel, Eigentum der Grafenvon Broich, wurde ebenfalls geplündert und alle Männer, die mandort fand, wurden vom Schloßturm ins Wasser gestürzt. Auch dieStifter Essen und Werden, in denen sich viele evangelische Unter-thnncn befanden, wurden verwüstet, die kleineren Orte mit evange-lischen Gemeinden, wie Holten, Dinslaken, Calear, hart bedrängtund zum Teil beschossen, Büderich und Emmerich mit spanischenBesatzungen belegt.

Es wurde, wie Mcndoza an den Bischof von Paderborngeschrieben hatte, nicht das Leben der Ketzer, nicht die Habe derGläubigen geschont. Nun war noch die Bezwingung von Weselübrig. Die Aufgabe zeigte sich weniger schwierig, als man erwartethaben mochte. In den elcvischcn Städten fand sich nicht der Frcihcits-nnd Glanbensmnt, der Gut und Blut zu opfern bereit war, wieihn in jenen Jahren so manche niederländische Stadt bewiesen hatte.Nachdem der erste Teil der geforderten Kontribution bezahlt war,trat Mendoza mit seinen wahren Absichten hervor. Am l8. Dezember1598 sandte er den Or. van den Bosch mit einem Schreiben, worin

') Von Meeteren I S. 800. °) Keller, Gegenreformation S. 60.