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H W. Die Reformation.
Gottesdienstes stattgefunden habe. Achnlichcs wird auch in den gleich-zeitigen Briefen des damaligen Konrektors des Gymnasiums bezeugt.Am 16. März 1561 schreibt er au Aegidius Beck iu Frankfurt:Du kennst meine Verwandte Kornelia, der ich hier einen Manngegeben habe. Sic bekamen kürzlich einen Knaben. Das hatuns neue Stürme gebracht. Mit der Taufe steht es hier so:ans demselben Becken nehmen wir und die Verfechter der altenIrrtümer das Wasser. Dasselbe wird durch bestimmte Handlungenund zu bestimmten Zeiten nach der römischen Weise geweiht. Diesesbenutzt der papistische Pfarrer, dem noch der größte Teil der Bürgeranhängt; der thut sein Salz hinein, seinen Speichel (?) und allesandere nach katholischer Weise, und dasselbe Wasser benutzt auch derevangelische Diener ohne den papistischcn Zusatz, lieber die Unrein-heit des Wassers hatte sich vor einiger Zeit ein Streit erhoben, alsein nicht ungebildeter Fremder aus Brnbant mit seiner Frau hichcrkam, um das erwartete Kind hier taufen zu lassen. Derselbe ver-langte bei der rechten Einsetzung zu bleiben und reines Wasser zunehmen. Der evangelische Pastor aber wendet sich ängstlich an denRat, und der untersagt jede Ncncrnng; wenn einer jenes Wassernicht benutzen wolle, so müsse die Taufe unterbleiben. Nach diesemBescheide ließ sich der Geistliche auf nichts mehr ein, den Fremdenaber beruhigt er einigermaßen in folgender Weise: er erklärt öffent-lich bei der Taufhandlnng, daß er die papistischcn Wcihnngcn ver-abscheue und verwünsche und des Wassers sich bediene, als wärees reines Element. Darauf ließ jener die Taufe zu. Uns aberwar es zweifelhaft, ob wir uns auf eine solche Halbheit einlassendürften. Also der Alaun der Kvrnclia, noch unschlüssig, was ermit dem Knaben machen soll, zieht die Taufe fünf oder sechs Tagehin. Das findet der Rat anstößig und fordert, daß er entweder inder gestatteten Weise taufe oder mit Mutter und Kind davonziehe.Da ließ er das Kind ans der andern Rhcinscitc in der Gemeindeunserer Landslcntc, die der Graf von Moers nach ihrer Vertreibungaus Aachen aufgenommen hat, taufen, und nun schnürt er sein Bündel,um nächster Tage abzuziehen. Z Ucbrigcns fragte Molanus balddarauf seine Freunde in Emden und Bremen, ob sie das Verfahrenbilligten; die antworteten aber einstimmig (wie ja auch Calvin i»solchen Dingen immer Wcithcrzigkcit bewiesen hat): Man hätte
st Der Mann war Chirurg, geschickt genug, wie Molauns sagt, um seinBrot zu verdienen. Er kam aus Brabaut, wo er ein Schüler des MolanuSgewesen war; er ging von hier nach Mors und Haid darauf nach Paris, umdort Medizin zu studieren.