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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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Zwiespalt an der Salvatorkirche. Bericht des Pollius. 537

Orten wird die ganze Messe noch abgehalten, aber in der Weise,daß in einigen Kirchen der Diener des Wortes die reinere Lehrevorträgt nnd die Sakramente verwaltet; aber er ist gehalten, dies inder Mitte der Messe zu thun. Denn nach dem Offcrtorium, wieman es nennt (Darbringung des Leibes Christi), tritt der Dienerder reineren Lehre mit dein besseren Teil der Gemeine in die Kirchennd, nachdem man vor der Predigt einige Psalmen in würdiger nndernster Weise gesungen hat, verläßt dieser bessere Teil wieder dieKirche nnd der abergläubischere Teil, von dem einige vor der Predigthinausgegangen waren, kommt, daß ich so sage, von neuem wiederin die Kirche. Wenn nun die Elcvation (Erhebung) des geweihtenBrotes und Weines stattfindet, che die Predigten beendigt sind, weildie Mcßpricster ans Acrgcr oft längere Predigten und Gesängehalten,') so gehen die meisten voll dem vernünftigen Teile aus derKirche mit Znrücklassnng der andern, indem sie durch ihren Weg-gang zeigen, daß sie nichts mit jenem Ritus gemein haben wollen.Es konnte aber bisher von dem Landcssürstcn für keinen Ort er-langt werden, daß die evangelische Predigt vor oder nach der Feierder Messe geschehe. Auch scheint es, damit ich berichte, wie es sicheigentlich verhält, daß weder Prediger noch Zuhörer sich ernstlichdarum bemühen, eine einheitliche Verwaltung der Religion zu er-langen. Im allgemeinen ist aber die Umhcrtragung des geweihtenBrotes lind der Bilder abgestellt, sowie auch das Zusammenlaufenund das Wallfahrten zu den Reliquien nnd Bildern der Heiligen.Sodann ist die Darreichung des heiligen Abendmahls in beidenGestalten hie und da durch alle Gebiete des Fürsten gestattet undbestätigt. Der größere Teil der Pastoren, was sehr zu beklagen ist,scheint sich wenig um die Religion zu kümmern. Das Volk ist vonNatur einfältig, roh und unwissend, aber für die Frömmigkeit em-pfänglich, wenn nur geeignete Lehrer vorhanden wären. In betreffder Beseitigung dieses Ucbclstandes ist es kein geringes Hindernis,daß das Amt des Lchrcns und der Verwaltung der Sakramente nurdenen gestattet wird, welche von den Wcihbischöscn zu Köln, Münsteroder Lüttich in der üblichen Weise geweiht und bestätigt sind.

Viele von den thatsächlichcu Bemerkungen passen nach unfernoben mitgeteilten Ermittelungen ganz besonders auf die Verhältnissean der Salvatorkirche, wie ja auch Pollius Duisburg an ersterStelle unter den Orten nennt, in welchen diese gemischte Art des

st Hier scheint ein Fehler in der Uebcrtragnng vorzuliegen; der Briefliegt leider nicht im Original vor.