5L6 s 63. Die Reformation.
das Sakrament ausgeteilt. S. F. Gnaden wollten nun wissen, oddas mit Wissen und Willen eines Erbarm Rates geschehen sei.
Hierauf begehrten die Gesandten, abtreten zn dürfen, um ihreAntwort festzustellen. Darnach begann im Namen derselben Bürger-meister Bogel zunächst den Schultheißen wegen seiner Krankheit zu ent-schuldigen. Sodann fuhr er fort: Auf den ersten Punkt wolle man S. F.Gnaden nicht vorenthalten, daß seit etlichen Jahren durch Berleihung desAllmächtigen Gottes und mit Bewilligung und Zulassung S. F.Gnaden — weswegen man sich hoch bedanke — von guten, auf-richtigen Prädikantcn, die von S. F. Gnaden auch dazu präsentiertwären, das Wort Gottes lauter und rein gelehrt sei, daß unterandcrm ihnen auch die rechte Kommunion, der Empfang des Leibsund Bluts Christi, und ihr wahrer Gebrauch vorgehalten sei, wie auchdesgleichen das Gewissen und der Verstand einem jeden dasselbeeingebe, die Kommunion also nach Gottes Befehl zn halten. Sohätten sie dasselbe des Gewissens halber nicht unterlassen können,den wahren Gebrauch dieser Kommunion zu halten: dazu sei einjeder, dem Gott das verliehen, ungezwungen herangetreten, mit vor-ausgehender Pönitcnz, Buße und Leidwesen seiner Sünde, und zwarsei nach löblicher alter Einsetzung der heiligen Kirche die Beichtedem Priester gcthan, darnach der wahre Leib und das wahre Blutnnscrs Herrn Jesu Christi init voller Würdigkeit empfangen. Esvcrhofftc ein Erbarcr Nat, damit keine Neuerung eingeführt zn haben.Die Gesandten bäten auch untcrthänigst, ihre Gewissen nicht zn be-schweren, sondern sie bei der rechten Lehre und dem Wort Christiund seiner Einsetzung zu belassen und gnädiglich zu beschützen.
Was die Neuerung in dem Nachtmahl oder der Messe beträfe,so sei es wahr, daß in der Muttersprache in deutschen Lobgcsängcnund Psalmen, mit innigem Herzen und aufrichtig gesungen, Gottdem Allmächtigen nach Gelegenheit der Jcste Lob und Dank darge-bracht wäre, wie man auch wohl in andern Kirchen ein solches zuthnn pflege. Doch mit welchen Gesängen und in welcher Gestaltdie Messe gehalten und das Nachimahl ausgeteilt wäre, das wolleman gerne überschickcn, da man nicht zweifele, daß S. F. Gnadenalles in Gottes Wort begründet finden werde; wenn aber S. F.Gnaden oder seine hochvcrständigcn Räte erkennen könnten, daß etwasder Lehre und Einsetzung Christi nicht gemäß wäre, wolle man sichdarin gerne belehren lassen.
Bon der Zulassung fremder Kommunikanten ohne Beichtesei dein Rate nichts bekannt. Wenn sich aber Herr Johann in