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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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Wiedertäufer. Salvatorfest 1540.

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des Morgens desgleichen „ter Soppen".') Die jüngsten Schützen,die der heiligen Barbara, halten während der Nacht Wachebei dem ausgestellten Erlöserbildc und in der Stadt. Am andernTage findet dann der feierliche Umzug statt über die Obcrstraßc,über Salvatorswcg zum Maricnthor, durch die Beckstraßc zu dervom alten Markt zur Kirche hinausführenden breiten Treppe. DemBilde und dem Pastor der Kirche, der zugleich Komthur des deutschenOrdens ist, und seinen „Gesellen", begleitet von der übrigen Geist-lichkeit der Stadt, den Johanniterherren von der Marienkirche, denBrüdern aus dem Franziskancrklostcr, den Krcuzbrüderu ausdem Petcrsthal und den Bewohnern der Fraucnklöstcr, umgeben vonden drei Schützcngildcn, folgen die Schule mit dem Nektar und Unter-mcistcr, der Rat, geführt von den Bürgermeistern, begleitet von dendurch rote und weiße Streifen an Kleidung und Mützen kenntlichenStadtdienern; hinter ihnen ziehen die Bürger, geordnet nach denvier Vierteln in Harnisch und Gewehr, geführt von den Oberstenund Wcibeln, die beiden Baucrschaftcn, die von Duissern und dievon Wanheim-Angerhauscn und dann, wer sonst noch sich beteiligenwill. Viele Fremde kommen um dem Schauspiel beizuwohnen, dies-mal der Abt von Hamborn mit vielen Junkern, die seine Gäste sind,und der Graf von Broich und Oberstein. -)

Nach dem Umzüge halten Bürgermeister und Rat Musterungab. Dann herrscht allgemeine Fröhlichkeit; der regierende Bürger-meister spendet jeder der Schützcngildcn, jedem der vier Stadtviertel,jeder der Baucrschaftcn je eine Tonne Bier und bietet den angesehenenGästen und Teilnehmern, insbesondere den Geistlichen, den Ehrenwcin.

So feierte man auch im Jahre 1540, nicht auf Anordnungder hohen Obrigkeit, sondern fast gegen ihren Befehl; denn sie hatteschon seit vielen Jahren Einschränkung, ja Beseitigung der Bildcr-trachtcn befohlen.

st Eine Milchsuppe wurde, wie noch jetzt au einzelnen Orten auf deinLande, statt des Kaffees genommen. Ob nun diese Spiellente und namentlichdie Bürgermeister und die Herren vom Rat, wenn ihnen „ter Soppe" ein oderzwei Quart vom Wirt daheim oder ans der Reise angerechnet wird, den Weinnach der Suppe oder ganz anstatt derselben genossen, habe ich nicht mit Sicherheitfeststellen können. 0 Auch in anderer Weise wird der Zug zur Kurzweil ge-schmückt: Noch 1561/62 wird der Stadtbotc nach Wesel geschickt um folij/Vorlage?; z» dem Goliath zu holen, folij wird dort gekauft für 1 Gulden6 alb., Leinen, Nägel, und Garn hier, um seinen Rock zu nähen. MeisterBartold hat den Rock gefärbt. Ein Schmied macht Goliaths Haupt und denHanwer (David?); „de Gewerf der Augen im Kopf" wurden repariert. Kurz,David und Goliath werden aufgeführt und im Zuge herumgetragen. 1567,13. Mai verbot der Herzog die ganze Prozession in seinen Landen.