Druckschrift 
Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
435
Einzelbild herunterladen
 

Söldner. BnrgerauSzng. Schützengesellschastcn.

4.35

blieb lange verschont; jedoch bei der ersten ernstlichen Aufforderungöffnete man im Jahre 1614 die Thorc.

Zu der Zeit, da die Gesamtheit anfängt, weniger kricgstüchtigzu werden, treten besondere SchülMgcscllschaftcn auf; ihr Aufkommenwurde durch die Acndcrnng der Waffen befördert, denn der sichereGebrauch der Armbrust setzt eine längere Hebung voraus. Schonnach der Stadtrcchnung von 1393 werden „den schütten, do sie die pap-gahc schoittcn, an winc 8 ß" geschenkt und 1405: „den Gesellen toder schcitbahnen 1 Gulden." In den zwanziger Jahren des 15.Jahrhunderts kommt zuerst der Name der St. Scbastianns Schlitzen,1434 der der Katharinen und bald nachher der der St. BarbaraSchützen vor. Die St. Sebastianns Schützen lösen sich zur Zeitder Reformation ans, die Renten werden zu Stiftungen, namentlichfür Schulen verwendet. Die andern beiden bestanden noch lange,bis an ihre Stelle im 17. Jahrhundert Junggesellen-Kompagnien traten.

Die drei Gesellschaften werden auch als alte, mittelste undjunge Schützen unterschieden. Alte und junge Schützen gab es auchzu Leiden, jene mit Fußbogcn und schwerer Rüstung, diese mit Hand-bogen leichter bewaffnet. Z Bei der St. Bietorstracht zu .1'antcnwaren erschienen 1464 von Kempen „twe Partien van schneiten. Dycaldc haddcn sich gcklcht half roet ind half blau van bovcn an myßbcncdcn lbis unten) mit kogcl, klycr van den wamcs, tnbbnrt cndHosen. Dyc andere parthc (an einer andern Stelle die jungenSchlitzen genannt) haddc sich gekleyt half roet end hals geminghctgrau. Nach 11r. Mooren sollte dadurch nicht zwiespältige Gesinnungausgedrückt werden, eher der Unterschied zwischen vornehm und gering,reich und arm; grau sei die demokratische Farbe des Mittelalters.-)Wie dem auch sein mag, hier treten derartige Unterschiede nichthervor; es ist nirgends zu ersehen, was die drei Vereine trennt. Sichatten, wie es scheint, eine gemeinsame Schützcnbahn ans dem Wel-Hofe (hinter der heutigen Post). Alljährlich hielt jeder Verein seinSchützenfest, der Scbastianns Verein zuerst, am ersten Dienstag nachPfingsten, die andern an den folgenden Sonntagen, Ivo sie ihren„Papagohcn" schössen. Der Rat bewilligte jährlich zum Geschenkfür den König 4—6 Gulden, und ein Faß Wein zisc-(d. i. aeeisc-)frei; auch die Schützcngcnossen brachten Geschenke, und zwar in soübertriebener Weise, daß unter die städtischen Gesetze die Köre auf-genommen wurde: So »ich op den schuttenctcn mit dem gescheut

st Hegel, Städte und Gilden der germanischen Böller im Mittelalter.Leipzig itM Ii vgg. Annale» des historischen Vereins vom Riederrhein1863. Bd. 13 und 14 z>. 298.