Geleit. Huldigung.
scheint dic Sache eine blaßc Formalität zu sein, und doch ist sie dasdurchaus nicht: denn jede Verletzung der Privilegien von Seiten derStadt, nicht bloss dic Verletzung der landesherrlichen Vorrechte,sondern überhaupt dic Verletzung der verliehenen und bestehendenOrdnung berechtigt den Fürsten znr vollständigen Einziehung der-selben. Darum war der Rat stets ängstlich darauf bedacht, sie zuwahren; aber dic Gemeinde hat in Zeiten leidenschaftlicher Erregungmehrmals dic Gefahr der Verkürzung und einmal thatsächlich eineerhebliche Verkürzung der Privilegien herbeigeführt. Der Bestätigungder Privilegien steht die Huldigung voi: Seiten der Bürgerschaftgegenüber. Beide Akte gehören zusammen und werden zusammenvollzogen. Ucber dieselben sind in dem Lagcrbuch sehr ausführlicheAufzeichnungen gemacht worden. Sic betreffen die Huldigungen von1432') 1449, 1481, 1522, 1571, 1666.'') Wir lassen hier dieAufzeichnungen über dic Huldigung von 1571 folgen, weil sie übermanche dabei zum Austrag gekommenen Fragen sich aussprechen.
In dem jähre nnsers Herrn 1571 den 27. dach angnsti ist der dnrch-luch tiger hoichgeborncr fürst nnd her, her Wilhelm, hcrtonch to Cleve, Gnlich,und Berge, grave to der Marl nnd Ravcnsdcrg, her to Ravenstein ?c., mitsyncr f. gnaden aldsten soen hertzoch Karl Frederich in npreiscn von Dinslakennp Dnisseldorp (wie dan syn f. gnaden einen crbarcn rait toforn sich np denA vorgenannten monatz, welk ist np decollationis Johannis, hnloen to tatenschriftlichen vcrwittigen doen) glücklich ankocinen, oik mit sriner f. g. liefstegemahcl, snster nnd jnnge herschaft samptlich, die deS vorigen dages oik an-leinen nnd van den bnrgernieistcrn nnd vcrordenten nndcrdcnichlich entfangenwaren. Und nadem die bürgere in gnedcr rustnnge — over die viftehalfhnndert,die uithgcinnlstcrdcn nngetalt — ire f. g. in der Rnronwcn entgegen in einerZlachtordcnnngc getogen, hebbcn dieselve mit ondcrdenigcr bewesener rcvcrentieWidder na der statt gewant, den s. f. gn. mit derselben hoichwvsen rlicden,ritterschap nnd dieneren in gnedcr antall wol gern stet gcfolgct, nnd sind iref. gnaden in den inrhdcn, welck mit groter bwtschap (Glanz, geschiet, an denhilligen Crntzc bneten Stapclporien von beiden tydtlichen bnrgcrmcistercnütt Bogel nnd Wolter Gyinmen nnd den seß alden raitzpcrsoncn mit prescn-tcrnngc der statt sloetelen, in namcn eines crbaren raitz nnd gantzer ge-meinden nnderdenichlichen mit freuden cntfangen, nnd ist also ire f. g. mitihnen rheden nnd ritterschap voirt tuschen den wol gcrnsteden bürgeren, die>» der statt von Stapclporten an an beiden spdcn gedeckt stunden, in descantzlars doetor Alr?slegers hnis, dair ire f. g. logiert, geredcn, dair iref. g. von den vnrschr. burgcrmeistcren nnd raitzpersoncn den wpn, offen,hcmele und wagen havcrcn presentert, nnd Heft ire f. g. des anderen dages gernwet.
') Oben S. 310 ff. ^ Bestätigungen der Privilegien von Seitender früheren Fürsten finden sich bei Kleine nnd Laeomblet. ") Siehe oben S. 146.I Im Gefolge befand sich anch der Schultheiß mit der Gnadenleine. Bergl.S W Huldigung von 1666.