Tuchhandel.
S61
und Duisburg die Ncdc gewesen. Aber durch die räuberischen Zugeder Normannen waren sie zurückgedrängt, das Kunstgewerbe beiihnen verlarcn gegangen. Ihre Kunst und der Vorrang vvr denandern war ans Mandern und Nordfrankrcich übergegangen. Dorthatten friesische Traditionen, die frühe städtische Markt- und Handels-cntwicklnng, sawic die in Arras und anderwärts erhaltene alterawanisebc Technik die Färberei und feinere Tuchbcrcitnng zu einersolchen Höhe erhaben, daß schau der Abt Hcnnann von Reichenausf 1954) in einem Gedichte cka aemlliatii uvi^, er lini ivan demWettstreit zwischen Schaf und Lein) vor allein die grünen und dunkelblauen flandrischen Tücher rühmt. Diese Kunst der Flämingc undder Handel mit Tuche» machte das Land über die Maßen reich undführte die Bewohner bis in die fernsten Teile Deutschlands: Flämingchießen die Tuchmacher in Thüringen und die Färber in Wien, diedort ILlV ein Privilegium erhielten.')
Nun verleiht Barbarossa auf Ansuchen des Grafen Philipp imZahrc 1174 den flandrischen Kauflcntcn je zwei Messen zu Aachen,zu Lande zu besuchen, und zu Duisburg, zu Wasser zu erreichen.Alle sollen I-l Tage dauern. Zu Duisburg, die eine vom ll4. Augustan; die andere vom dritten Sanntag vor Ostern anS) Dabei wares nicht auf einen vorübergehenden Handelsverkehr, sondern aufdauernde Niederlassungen abgesehen, von denen aus der Handel weil-hin in deutschen Landen betrieben werden könnte. Es heißt nämlichweiter: Nach dem Markte können die Flandrcr und die andern Kauf-lcutc .denn einen allgemeinen Verkehr faßt das Privilegium insAuge) in Duisburg bleiben, müssen sich jedoch 14 Tage des Handelsenthalten; aber darnach mögen sie gegen Entrichtung eines solchenZolles, wie er zu Köln üblich ist, und unter Benutzung der öffent-lichen Wage frei ihren Handel treiben. Damit aber die Kanflcntcdepo besser ihren Vorteil fänden, wolle er eine neue Münze schlagenlassen, in Duisburg in Denaren, in Aachen in halben Denaren > Obolcn),von denen eine Mark um einen Denar schwerer sein solle als dieKölner Münze. Der Duisburger Denar soll also um ein wenigesbesser sein als der Kölner, der im ganzen Mittelalter im Reiche unddarüber hinaus maßgebend war; dadurch gedachte er offenbar dieser neuenMünze allcrwärtS leichten Eingang zu verschaffen, zumal da sich auch derEraf von Flandern verpflichtete, sie in seinem Lande umlaufen zu lassen.
Aus dem Privileg ersehen wir dann weiter, daß der Handelauf der Blesse gehandhabt wnrdc, wie auch später noch lange Zeit.
') Schnwllcr, Straßbnrger Tücher- und Webcrzimft. 2) OhlM S. M5.