232 § 44. Handel und Verkehr im 12. und 13. Jahrhundert.
Es erscheine» außer den Fabrikanten und Händlern ans Flandernund andern Gegenden die deutschen Kanflcntc, um Waren gegenspätere Zahlung zu übernehmen. Nun wird festgesetzt, wie sich derVerkäufer die Zahlung der Ware sichere. Wmlich wenn er dieselbevvr Richter und Schöffen übergebe, sa könne er ahne Widerrede durchZeugnis van Richter und Schöffen das Scinigc wieder erhalten;wenn der Schuldner nicht zahle, fa falle der Verkäufer van Richterund Schöffen des Orts, in welchem der Schuldner mahne, verlangen,daß derselbe an den Ort des Kaufes (Duisburg rcsp. Aachen) ge-sandt werde. Wenn er dann Zahlung nicht erlange, sa solle er sichan den Kauflcutcn des Orts, an dem ihm sein Recht verweigertwerdc> dadurch erholen können, daß er ein Unterpfand nehme, bis ihmsein Recht zu Teil werde.
Um dann zum Besuch des Marktes zu nötigen, wird van allenwährend der Marktwvchcn auf dem Rhein vvrübcrfahrcndcn Schiffenein Zoll erhaben. Und daß diese Märkte in der That Bedeutunggewannen, ersieht man ans einer etwa 40 Jahre später gegebenenErklärung der Hofesgcschwarencn zu Trier: Die Inden sind dvrtverpflichtet, dein Erzbischaf und seinem Kapellan und dem Kämmererund seinem Weib Gürtel und Seide zu ihren neuen Kleidern zugeben; sechs unter ihnen sind Kürschner, der Siebente ist ihr Oberer;diesem muß der Kämmerer jährlich ein Pferd bereit stellen zur Reisenach Köln oder Duisburg, um dort die bunten Felle für den Erz-bischaf zu kaufen. U Nehmen wir nun hinzu, daß Kaiser Heinrich ineiner Ucbcrcinkunst mit dem Erzbischaf Philipp van Köln sich ver-pflichtet, im Gebiete des Erzbistums nur zu Duisburg und Dort-mund Münzen schlagen zu lassen, sa werden wir nicht im Zweifelsein, daß damals Duisburg als Handelsplatz eine erhebliche Be-deutung hatte; und daß es als ein durch die Zahl und den Reichtumseiner Bewohner hervorragender Ort angesehen wurde, erkennen wiraus mancherlei Umständen. Nachdem die Jahannitcr kurz nach derMitte des l2. Jahrhunderts sich hier niedergelassen hatten, wurde1187 wegen der Zunahme der Bevölkerung die Gemeinde inzwei Pfarreien geteilt. 1234 gründete Alexander Tack hier das dnisscrschcKloster; die anfangs auf 13 festgesetzte Zahl der Nonnen wurde nachwenigen Jahren auf 20 erhöht, und nach wiederum nur wenigenJahren wurde van hier ans das Kloster zn Sterkrnde gegründet.1204 erwarb der deutsche Orden van der Abtei zn Prüm dasPatranat der Salvatarkirche; 1260 ließen sich die Franziskaner hier
') Lac. Archiv I S. 321.