K -11. Duisburg zur Zeit des Interregnums.
Stadt zu ihnen gestoßen wäre, dun» sollten bcim Graue» des Morgensdie iu dem Filzcngrabcn und der Nheinstraßc wohnenden herrschende»Geschlechter überfallen und in ihren Betten erschlugen weiden. DerZufall wollte es, daß ein schlichter Bürger, Hermann Binkclbartmit Namen, den verräterischen Anschlag erlauschte. Es ging ihmnahe, daß die Overstolzcn (die führende Familie unter den Geschlechter»'!, von denen er manche Wohlthat erfahren, so sehmählichhingemordct werden sollten. Eiligst begab er sich in den Bilzcngraden, um die Bedrohten zu warnen und zu den Waffen zu rufen:Es galt seht für die Overstolzcn zu siegen oder z» sterben. Schleunigstgriffen sie zu Harnisch und Waffen, bestiege» die Strcitrosse undeilten der Ulrcpforte zu. Matthias Overstolz war der Erste, der diestarke Lanze in der Linken, das scharfe Schwert in der Rechten, indie feindliche Schar hineinrannte. Seine Freunde, vierzig an derZahl, folgten seinem Beispiele, und bald wütete ein wilder Kampf.Die Zahl der Bcrteidigcr war aber zu gering, als daß ein günstigerAusgang des Kampfes hätte erwartet werden könne». Schon warMatthias Overstolz mit anderen zum Tode verwundet, da erwachte beieinem Bürger, Constantiii Crop, die Hoffnung, die von dem FischerHermann bearbeitete Gemeinde für die Selbständigkeit der Stadt zu geWinnen. Sic war bereits versammelt. Mit wenigen Worten forderte ersie ans gegen die Fremden, die Allen Gut, Freiheit und Leben kürze»würden. Bedenket wohl, rief er, daß wir zusammen in dieser Stadtgeboren, erzogen und anfgcwachscn sind: helfet uns und Euch gegenden Herzog von Limburg und die übrigen Laiidhcrrcn, die wie Diebein die Stadt geschlichen sind, die Bürger zu vertreiben und sich desgemeinen Gutes zu bemächtigen. Wohlan! rief ein gut gesinnterBürger mit lauter Stimme dazwischen, laßt uns bei Zeiten deinFeind entgegenrücken, che es zu spät ist, und das Kind in der Wiegeunter seinem Mordstahl verblutet. Dieses Wort schlug an; die Ge-meinde vergaß, was sie den Bcrbanntcn und Aufwieglern versprochenhatte und rannte mit Macht gegen den eingedrungenen Feind. Undder Sieg fiel ihr zu. Was von den Feinden nicht erschlagen undverwundet war, rannte nach dem durchbrochenen Mancrbogcn, ninin eiliger Flucht Leben und Freiheit zu rette». Auch der Herzogvon Limburg suchte durch das Loch in das Freie zu gelangen. Kaninbefand er sich im Stadtgraben, als eine kräftige Hand ihn erfaßteund wieder in die Stadt zurückbrachte, wo er in strenge Haft ge-nommen wurde, l)
') Eimen, Geschichte der Stadt Köln II S. 198 u. ff. nach poetischenkölnischen Chroniken.