Walram van Limburg.
begleitet von schrecklichem Fluche gegen den Grafen erfolgte/) solldieser geäußert haben, es sei ein offenbarer Irrtum, wenn der Nuntiusglaube, daß er einen Erzbischvf gefangen halte, er möge mit eigenenÄugen sehen, welchen Vogel er im Käfig haltet)
Nun wurde gegen die siegreiche Partei ein empfindlicher Schlagvorbereitet, indem die vertriebenen und von dem Erzbischof und seinemAnhang in Bonn aufgenommenen Kölner durch Verrat sich der Stadt.;n bemächtigen suchten. Die Freunde in der Stadt stellten gutenErfolg in Aussicht, wenn es gelingen würde, 500 schlagfertige Be-waffnete in die Stadt zu bringen. Einer der Vertriebenen, Hermannder Fischer, nahm die Einschwärznng dieser Mannschaften auf sich.Er kannte in Köln einen armen Schnhflickcr, der, wenn die Arbeitschwach ging, mit Kerzen über Land zu hausieren pflegte. Dieser,Habenichts mit Namen, hatte seine Wohnung unter einem der Stadtinancrbögen neben der Ulrcpforte. Gegen ein gut Stück Geld ließer sich bestimmen, hinter seiner Hütte nächtlicherweile unter der Stadt-mauer ein Loch zu graben, welches groß genug war, Mann undPferd durchzulassen. Durch die Aussichten ans die unermeßlichenSchätze, welche bei diesem Unternehmen zu gewinnen seien, ließ sichHerzog Walram von Limburg, der fortwährend in den Kämpfen fürden Erzbischof thätig gewesen war, bestimmen, seine Teilnahme zuznsagen. Auch Dicdrich von Cleve und Diedrich von Valkcnbnrg, einBruder des ErzbischofS, wollten die ihnen in Aussicht gestellte Beutenicht von der Hand weisen. Sie versprachen, mit ihren Freunden,Lehnsmannen und Knechten in der Nacht der heiligen Mohre»il5. Oktober 1268) sich in dem Stadtgraben an der Ulrepfortc ein-finden zu wollen. Aus dem Marsche gegen Köln im PulhcimerHolze begann der Graf von Cleve es zu bereuen, sich an einemUnternehmen zu beteiligen, das eher für schleichende Diebe undMörder als für offene, mannhafte Ritter und Kämpfer Passe. Währendseine Scharen weiterzogen, ritt er unbemerkt seitwärts nach demSchlosse Hülchrath. Wnlram von Limburg und Diedrich von Valkcn-bnrg aber fanden sich der Verabredung gemäß im Grabe» ein. Schuttund Reisig, womit das von Habenichts gebrochene Loch bis dahinverdeckt gewesen, wurde fortgeschafft. Der Herzog kroch mit seinenRittern und Knechten durch den unterirdischen Gang in die Stadt,sofort wurde von innen das Thor erbrochen, und es rückte der Nestnach. Die ganze eingedrungene Schar lagerte sich in den benach-barten Scheunen und Gärten, bis die ihnen zugesagte Hülfe ans der
') Lac. II 581. -) Lac. Archiv III S. 77.