238 8 39. Duisburg uuter den sächsische» und fränkischen Könige».
Bessere, ja glänzende Zeiten fährten die sächsischen Fürsten herbei, die zum Teil den Aufenthalt in Duisburg liebten und auchnnscrn Ort mit ihrem Glanz erfüllt haben werden. Im Jahre 92?hielt Heinrich I. in diesem lothringischen Orte eine Synode ab, dieunter andcrm sich mit der Bestrafung der Bewohner von Metz be-schäftigte, welche sich gegen ihren Bischof Benno erhoben und ihmdie Augen ausgestochen hatten.') Seitdem wurden nach Duisburgmehrfach größere Bersammlungen in Reichsangelegenheiten berufen,weil es ans der Grenze der drei großen Herzogtümer Sachsen, Frankenund Lothringen lag; so durch König Heinrich l. am 24. Mai 935.-)Im Jahre 944, 12. bis 14. Mai, versammelte Otto I. hier die lüraße»von Franken und Lothringen, um über den Erzbischof von Trier uubund den Bischof von Tongern Gericht zu halten. Damals kam auchdie Pricstcrschaft von Mastricht mit dem Leichnam des h. Servatius,um sich über Bedrückungen durch den heimischen Grafen zu beklagen.")Eine andere Beranlassnng zum Besuche Duisburgs boten dieReisen der sächsischen Könige nach dem Westen des Reichs, ins-besondere nach Aachen. Für sie lag Duisburg an der viel be-nutzten Straße, die den Bcrkehr zwischen dem Innern Westfalensund dein Rhein vermittelte. An derselben entstand schon früh eineReihe hervorragender Orte: Dahin gehört das altberühmtc Soest. InWerl war eine königliche Pfalz, für die die Anwesenheit Heinrichs I.und Otto 1. durch Urkunden bezeugt ist. Noch mehr ist das fürDortmund der Fall; von den Jahren 928, 941, 953, 969 sind diebezüglichen Urkunden noch vorhanden; Otto II. war dort 975und 978. Weiter Essen, ursprünglich Astnid, Astnithe genannt, vonAltfried, 847—874 Bischof von Hildcsheim, gegründet, ist vonZwentibold, besonders aber von den sächsischen Königen gefördertworden; ihre Anwesenheit ist sehr oft bezeugt; eine Tochter des Königs-hauses, Thcophanu, war dort, wie schon oben erwähnt, Aebtissin.Duisburg bildete den Endpunkt der Straße und bot GelegenheitRhein auf und Rhein ab zu fahren, sowie zu Lande nach Aachenzu gelangen. Wir dürfen daher annehmen, daß es noch viel häufiger,als bezeugt ist, die deutschen Könige beherbergt hat. Bezeugt istes von 966, Ivo Otto I. jene von I)mzmr»'nm datierte Urkunde fürEssen hier ausstellte/') von 973, wo Otto II. dem Stifte Meschedehier seine Privilegien bestätigte, von 979, wo er die Leute des StiftsMöhlcnbcck in Westfalen von allem Gcrichtszwang königlicher Bc^
9 Pertz, Hloumn. Uerm. I LIK. -) Schaken, ^.imulss ?uNcrbnrn. I 183:') Pertz I 619. ") Seite 222.