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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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§ 36. Die fränkische Pfalz.

Christentum bekehrte. Allein durch die Sachsen bedrängt zerstreutensich die Anhänger, und Suitbcrt wandte sich an den Hansmcicr derFrankenkönigc, Pipin von Hcristal, und dieser schenkte ihm zur Niederlassung einen Wert (Insel vder Halbinsel) im Rhein; ans demselbenbaute er ein Kloster, in dem er als Abt bis zu seinem Tode lebte;es war dies der nach dem .Kaiser Barbarossa später Kaiser Fricdrichs-Wcrth, daher heute Kaiserswerth, im Mittelalter meist „Werde" gcnannte Ort. Aus solcher Nähe mußte das Christentum auch nachDuisburg gelangen, zumal da die christlichen Frankcnkönige hicrsclbstHerren des Landes oder wenigstens des Hauplhofcs waren. Wannsie das geworden sind, ist nicht bekannt. Nach der Anschauung des Mittel-alters waren sie es, wie wir sehen, schon seit Hunderten von Jahren.

Mit den königlichen Pfalzen aber waren in der Regel oratoria(Bcthänscr), später Kapellen genannt, verbunden. Beides, ein Herren-haus und eine Kapelle, müssen wir für den hiesigen königlichen Hofnamentlich voraussetzen, seitdem Kaiserswerth dem Suitbcrt über-geben war; denn nun war in und an dem großen, dem Frankcu-sürstcn gehörenden Waldgcbict, dessen Ausdehnung wir oben nachge-wiesen haben, Duisburg der einzige Fürstensitz. Seit Karl demGroßen ward es üblich, die Gotteshäuser der Maria zu weihen,später, sie ans Reliquien von Heiligen zu gründen. Sein VaterPippin und dessen Borgänger, zum Teil allerdings auch er noch,weihten sie dem Erlöser, dem kRtlvakar »nnuli.') Pippin vollendete762 die Abtei Prüm, die er inarm.^korinm K. 8ni vatuiä« nannte;-)auch unsere Hauptkirchc ist eine Salvatorkirchc, und das alte Stadl-sicgel, das bis ins 17. Jahrhundert im Gebrauche war, zeigt auchden Salvador in byzantinischem Stile, in langem Gewände aufeinem Throne mit erhobenem Finger der rechten Hand sitzend, mitder llmschrift lMlvator mnnüi pntruinm in Ipnisbur^. Auchstand diese Kirche in engster Verbindung mit Prüm. Denn in demHcbcrcgistcr der Abtei vom Jahre 896 heißt es: Zu Duisburg seieine Kirche und -/z des Zehnten derselben gebührten der Abtei, diedort auch 19 Hufen (mnnsn Imlilia) und 2 andere hat.'') 4 Hufe»hat ferner dort Meginhardus geschenkt. So können wir wohl alssicher hinstellen, daß die Gründung der Salvatorkirchc oder Kapellemindestens vor das Jahr 762 fällt und dem Pippin oder einemseiner Vorgänger im 8. Jahrhundert zu verdanken ist.

') Koch, Die ältesten Salvatorkirchen im Sprengel von Paderborn. Zeit-schrift für vaterländische Geschichte. Nene Folge. X. 1859. Hontheim, Llstor.clipl. Irerir. I I2Z. Bei Lacomblct Archiv S. 191. ") Bcvcr, Ilrknndenbnch I.n. 135 S. 190.