Franken und Friesen in Duisburg. Christentum. 223
nehmen, daß man schon in der Zeit Ottos des Großen im Jahre966 Duisburg für einen uralten Königssitz hielt, dessen Gründungnm Jahrhunderte zurückliege.
Außerdem haben wir Duisburg als einen der ältesten Handels-plätze im fränkischen Deutschland anzusehen. Nach einen: alten Hcbc-registcr der Abtei Prüm vom Jahre 893 waren hier Friesen ansässig,die der Abtei einen Zins zahlten. Dies wird von allen Forschernals bedeutungsvoll angesehen. Die Friesen, sagt Lamprccht,^) fuhrenüber Meer den Nordwcg und zum eisigen Island; und mit ihnengelangten dorthin die Erzeugnisse Deutschlands und der Mittclmccr-ländcr wie des Orients zun: Austausch gegen nordische Produkte,Pelzwerk vornehmlich und Fische. Dieser Verkehr erforderte nunwiederum einen großen Handel nach Süden hin; von Wyk by Durstcdc,ihrer Hnupthandclsstadt an der letzten und damals wichtigsten Gabe-lung des Rheines in Nicdcrland, fuhren namentlich die Friesen denStrom zu Berg, sie wurden heimisch in Duisburg und Köln, inMainz und Worms und sie drangen über Land bis zu den Messenzu St. Denys. Aus dieser Zeit stammt unsere Bezeichnung grobenWollenzcugs als Fries; es war der hauptsächlichste Ausfuhrartikeldes Nordens. Daneben wurde Leinwand zum Süden geführt.
Die Friesen, sagt ein anderer,^) verstanden es zuerst, Tücherzu färben. Als Gegengabe für kostbare Geschenke sandte Karl derGroße dem Pcrscrkönigc hispanische Pferde und Maultiere, friesischeTücher von weißer, blauer, bunter und grauer Farbe, die, wie ervernahm, kostbar und selten seien. Sic setzten zuerst das InnereDeutschlands und zwar zunächst die mittelrhcinischcn Gegenden mitder Nordsee und den Küstenstrichen in Verbindung. Schon unterDagobert kl. (um 600) bewohnen sie in Worms einen besonderen Stadt-teil; bald darauf erscheinen sie auch in Mainz und Köln. — Wie wiroben angeführt haben, hatten sie sich auch zu Duisburg niedergelassen.
Zu Herrensitz und Wirtschaftshof und Handelsniederlassung kammit der Einführung des Christentums auch eine Kirche oder Kapelle.In der Zeit der Völkerwanderung war das Christentum, das zurRömerzeit bekanntlich eine gewisse Blüte in den germanischen Pro-vinzen erreicht hatte, ganz erstorben; erst gegen Ende des 7. Jahr-hunderts wurde es von England aus am Niedcrrhcin wieder ver-bleitet. Damals kam Willibrord mit elf Gefährten, unter diesenSuitbert, und begab sich 693 zu den Brnktcrern, von denen er viele zum
- ^ llrkundenbuch I u. 1W S. 199. v. Sybels Historische Zeit-
!chnft i>7. Bd. S. ZW. 'p Schlnollcr, Straßburger Tucher- u. Weberzunft 366 f.