s 34. Die Hünengräber.
und zusammengeflossenes Glas enthaltend, zu sechs und mehr Stückenzusammenstehend, gefunden, aber darauf nicht achtend, auch wohl in derMeinung, in den Töpfen Geld zu finden, sie zertrümmert hätten."
So weit der Bericht v. Haupts. Es sind dann noch vieleJahre verflossen, ehe mau sich an eine Durchforschung des Gräber-feldes machte. Zuvor wurden gelegentlich noch einige interessanteFunde gemacht. Im Anfang der fünfziger Jahre wurden beim Baudes Karl Böningcrschcn Hauses an der Ecke der Fricdrich-Wilhelms-und Düsseldorfer Straße fünf Urnen und Krüge mit Resten vonEisenwaffcn und zwei Becher aus Thon, eine flache römische Schüsselaus larru m<rillut!r, ein kleiner römischer Napf aus Thon, eingläserner Trinkbecher mit spitzem Fuß und ein anderes doppclhcnkligcsGlasgefäß und als Beigaben ein Scramasax, elf fränkische Lanzen-spitzen und zwei Messerklingen und der Nest eines Schildbuekcls gc-fundcn. 1867 kam in der Nähe, an der Friedrich-Wilhelms- undFcldstraßcn-Eckc, ein großer römischer Napf aus tcuru -ü^iiintu mitKnocheiircstcn gelegentlich in einem Garten zum Vorschein.
Erst der durch ausgezeichnete Befähigung vielseitig hervorragende,leider früh (1872) verstorbene Oberlehrer k)r. Wilms hat die Auf-deckung des großen Gräberfeldes jenseits der Landwehr vorgenommen.In den Jahren 1867 -1870 hat er über hundert Gräber geöffnetund 45 wohl erhaltene Urnen dem Gymnasium überliefert, wo sienoch aufbewahrt werden; dazu sind dann noch 21 gekommen, welche1877—1880 durch Herrn Fcidcn ausgegraben sind. Die Größestimmt nicht zu dem von v. Haupt durch Berechnung erschlossenenUmfang von c. 7 Fuß rheinisch; die weiteste hat 134 am, die nächste115 am Umfang. Ucbrigcus tragen diese Funde einen andern Charakterals die van der Fricdrich-Wilhclmstraßc. In den letzteren sind römischeGefäße mit nationalem Gerät gemischt, sie zeigen eine feinere Arbeit,sind sogenannte mcrovingischc Altertümer, setzen größere Beeinflussungdurch römische Kultur, engere Beziehung zu derselben voraus undwerden im ganzen älter sein. Jene sind fast sämtlich aus dem imWalde vorkommenden eisenhaltigen sandigen Thon ohne Drehscheibeverfertigt. Es sind nur solche ausländische Zugaben vorhanden, dieals Beute oder durch Kauf in die Hände der Germanen kommenkonnten. Die Zahl der Gräber und Urnen ist so groß, daß sie nuraus mehreren Jahrhunderten stammen können.
Wenn der Leichcnbrand auch nicht als ursprünglich allgemeinedeutsche Sitte anzusehen ist, so war er doch zur Nömcrzcit in West-deutschland vielfach üblich. Durch das Christentum wurde die Be-erdigung wieder Sitte und dann in der karolingischcn Zeit die Vcr-