s 29. Das Franziskaner- und Katharinenkloster.
leer. Iii der Kirche wurde Mittwochs vom Pastor der Marien-kirche gepredigt. 1629 wurde ein Versuch gemacht, auch diese Kirchegewaltsam dem römischen Gottesdienst zurückzuführen (siehe unten).Als im Jahre 1634 von der braudcuburgisch-clcvischcu Regierungder Versuch gemacht wurde, durch Ucbcrtragnng von milden Stiftungenauf die Stadtschule diese zu heben, fand sich, daß nur zwei Frauen,eine von Willich und eine Heister, im Kloster vorhanden wären unddie Renten desselben genössen. Aber obwohl sie „fast viel Reutenhatten nnd sich des Klosterlebens wenig angelegen sein ließen, undman sie zu bestimmen versuchte, daß sie ein sicheres Deputat an-nehmen und die übrigen Renten zu behnf der Schulen frei gebenwollten, so hat man in der Güten nichts erreichen können." DieEinkünfte wurden damals abgeschätzt ans 500 Thlr. Renten, 23 MalterRoggen, 6 Malter Hafer, 2 Malter Weizen, 13 Malter Gerste,3^/z Malter Mankvrn, 16 Stück Hühner, 6 Pfund Bresscm und!/z Hufe Gcwälds. Aber am 4. Mai 1637 wurde mit den Be-wohnern des Klosters Agnes von Wilich, Maria Heister, Anna Elisa-beth von Reibt nnd der schwachsinnigen Katharina Tibis dahin einVergleich abgeschlossen, daß jede zeitlebens, so lange sie unverheiratetbliebe, 80 Thlr. an Geld, 3'/, Malter Roggen, 2 Malter Gerste,'/z Malter Weizen nnd 1 Malter Hafer erhielte, im Ucbrigcn aberauf die Renten zu Gunsten des Gymnasiums verzichtet) Ob siedamals auch auf die Wohnung verzichtet haben, wird nicht gesagt.Nachdem dann im Jahre 1655 die Universität eröffnet war, richtetenam 11. Februar 1656 die Kuratoren derselben an den Magistratdas Gesuch, künftig in der Klosterkirche nicht mehr predigen zu lassen.Dies wurde bewilligt und das Kloster in einen großen Hörsaal,eine ScnatSstubc, je einen Raum für das akademische Archiv undfür die Bibliothek umgebaut. Auf das an der Bcckstraßc gegenüberdem Zugang zu dem großen Kalkhof gelegene, 1667 fertiggestellte Thorkam die Aufschrift:
toaclsmia DnmUurA'suizis.
Natura multos üsoit aritioos, pauaos artikiasst)Daß die hiesige Universität 1818 mit Eröffnung der UniversitätBonn aufgehoben wurde, ist bekannt. Die letzten Reste des Gebäudes, dieals Packhaus für ein Kolonialwarcngcschäft gedient hatten, wurden1890 abgebrochen. In der Gicbclwand der Kirche, die an der südlichenSeite der Univcrsitätsstraßc stand, fanden sich hoch oben mehrere kleine
6 8alv. Vikarienakten 61. ' y Geboren werden wohl viele Kritiker, aberwenig Künstler.