Druckschrift 
Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

156 K 27. Di? Salvator-Kapelle und Kirche lind das Deutsch-Ordenshaus.

Bor der Reformation fand in der Kapelle regelmäßig Gottesdienststatt; sie bestand ans zwei Teilen, einer oberen Kapelle und einerKapelle in der Gruft.

1-176 wird ein Altar Unserer lieben Frauen oppcr Capellen opfuutc Salvators Kirchhof,') also im ober» Teile erwähnt. In demvon der Stadt l-lstl ff. angelegten Rachweise über die Einkünfte dermilden Stiftungen werden auch diejenigen des Altars in der „Cruftondcr in der Capellen vp St. Salvatorskirchhof", der gestiftet ist znrEhre des Erzengels Michael und aller heiligen Engel, aufgeführt.-)Herr Johann Havcnicht, Presbyter der kölnischen Diözese, hat diesemAltar 1566 Iii Gvldguldcn tcstamentlich bestimmt.") Nach Waffenberg ist dieser Altar allerdings erst am April 1516 geweiht.

lieber die Bedeutung einer solchen Kapelle erhalten wir Aichklä rnng durch die Beschreibung einer ähnlichen in Cleve: ') Das hoheChor und die beiden Ncbcnchörc der Stiftskirche zu Cleve waren zuGrabgewölbe» für das elevische Fürstenhaus reserviert; in denSchiffen suchten sich die Adligen und besser gestellten Bürger ihrGrab zu verschaffen. Alte übrigen wnrden >ings um die Kirche ansdem Friedhof, der von einer Mauer mit Durchlässen umgeben war,beigesetzt. Der verhältnismäßig kleine Gottesacker bedingte es, daßnach einer gewissen Reihe von Jahren die alten Gräber wieder ansgegraben wnrden. Znr Bergung der dabei zu Tage gekommenenGebeine legte man an und bei den Kirchen eigene Beinhäuscr oderKarner (oarnsrarii) an. An vielen Orten stellte man diese in derWeise einer Doppelkapclle her und brachte in der untern ketler oderkrippenartig angelegten Abteilung die Gebeine unter,d editierte diedarüber angelegte Kapelle meist dem hl. Michael, der, seitdem er dasGrab des Moses gegen den Satan beschützt hat «Brief Judä B. istund unsere Seelen aufnimmt und sie Christo zum heiligen Licht vorstellt, das einst dem Abraham und seinein Samen versprochen ist, alsHüter und Beschützer der christlichen Kirchhöfe verehrt wurde."

Obwohl nun die Kapelle nirgends als Beinhaus bezeichnetwird, ist sie offenbar dazu eingerichtet gewesen; aber vielleicht hat siegerade deswegen weder diesen noch den Namen Michaels-Kapclle bekommen, weil sie ursprünglich einem andern Zwecke bestimmt undeben jene alte Salvatorkirche war.") Es scheint eben, daß die Kapelleerst in jener Zeit in ein Bcinhans verwandelt ist. Denn Wassen

st Lagcrbnch S. 91. st Lt. 572 fol. 91. st Lnlv. Bikarienaklen <>1fol. 8. st Die Stadt Cleve von De. R. Schotten. Cleve. 1879. S. 19t.st Ein zweites Beinhans, das als solches öfter genannt wird, befand sich ansdem Kirchhofe der Marienkirche.