Die bekannten fünf und neunzig Theses Lutheri, zc. 236
also auch seines eigenen Geldes, wenn auch schon St. Peters Mun-ster dazu sollte verkauft werden, den Leuten austheilen wurde, welchedoch etliche Ablaßpredigec jctzund selbst ums Geld bringen.
52.
Durch Ablaßbriefe vertrauen, selig zu werden, ist nichtig underlogen Ding, obgleich der Commissarius (oder Ablaßvogt), ja derPabst selbst, seine Seele dafür wollte zu Pfande setzen.
53.
Das sind Feinde Christi und des Pabsts, die von wegen derAblaßpredigt, das Wort Gottes in andern Kirchen zu predigen, gantzund gar verbieten.
54.
Es geschieht dem Worte Gottes unrecht, wenn man in einerPredigt gleich so viel, oder mehr Zeit auswendet, das Ablaß zu ver-kündigen, als auf das Wort Gottes.
55.
Des Pabsts Meynung kann nicht anders seyn, denn so mandas Ablaß (das das geringste ist) mit Einer Glocken, Einem Ge-pränge und Ceremonien begehet, daß man dagegen und vielmehr dasEvangelium (welches das größte ist) mit hundert Glocken, hundertGeprängen und Ceremonien ehren und preisen solle.
56.
Die Schatze der Kirche, davon der Pabst das Ablaß austhei-let, sind weder gnugsam genannt, noch bekannt bey der GemeindeChristi.
57.
Denn, daß es nicht leibliche, zeitliche Güter sind, ist daher of-fenbar, baß viel Prediger dieselben nicht so leichtlich hingeben, son-dern allein aufsammlen.
58.
Es sind auch nicht die Verdienste Christi und der Heiligen;denn diese wircken allezeit, ohne Zuthun des Pabsts, Gnade des in-nerlichen Menschen, und das Creutz, Tod und Hölle des ausserlichenMenschen.
59.
St. Laurentius hat die Armen, so der Kirchen Glieder sind, ge-nannt die Schatze der Kirchen; aber er hat das Wörtlein genom-men, wie es zu seiner Zeit im Brauch war.
60.
Wir sagen aus gutem Grund, ohne Frevel und Leichtfertigkeit,