Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
223
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Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterben ?c. 22l«

tern. Damit ausgedrücket wird, daß der Tod ein Gang ist zu vielmehr Volck, die auf uns warten, denn wir verlassen.

Das sind alles grosse Dinge, wer mag es glauben? Darumsoll man wissen, daß solches Gottes Wercke sind, die grosser sind,denn jemand dencken mag, und sie doch wircket in solchen kleinenZeichen der Sacrament, daß er uns lehre, wie ein groß Ding essey, ein rechter Glaube zu Gott.

Zum neunzehenten! Soll aber niemand sich vermessen, solcheDinge aus seinen Kräften zu üben, sondern Gott demüthiglich bit-ten, daß er solchen Glauben und Verstand seiner heiligen Sacra-menten in uns schasse und erhalte, auf daß es also mit Furcht undDemuth zugehe, und wir nicht uns solche Wercke zuschreiben,' son-dern Gott die Ehre lassen. Dazu soll er Christum anrüsten, sollaber bitten, daß er nicht zweifele, das Gebet werde erhöret. Dahat er zwo Ursachen zu: Die erste, daß er jetzt gehöret bat aus derSchrift, wie Gott den Engeln befohlen hat, und wie das Sacra-ment gibt, daß sie lieben und helfen müssen alle», die da glauben.Das soll man ihm vorhalten und aufrücken; nicht daß ers nichtwisse, oder sonst nicht thäte, sondern, daß der Glaube und Zuver-sicht zu ihm, und durch ihn zu Gott, desto starcker und fröhlicherwerde, dem Tode unter Augen zu gehen.

Die andere, daß Gott geboten hat, wenn wir beten wollen,daß wir je veste glauben, es geschehe, was wir bitten, und sey einwahrhaftig Amen. Matth. 21, 22., Marc. 11, 24. DasselbigeGebot muß man Gott auch aufrücken, und sagen: Mein Gott, duhast geboten, zu bitten, und zu glauben, die Bitte werde erhöret;darauf bitte ich, und verlasse mich, du wirst mich nicht lassen undmir einen rechten Glauben geben. Dazu sollte man das gantzeLeben Gott bitten um die letzte Stunde, um einen rechten Glauben.Wie denn gar fein gesungen wird am Psingsttage: Nun bitten wirden Heiligen Geist, um den rechten Glauben allermeist zc., wennwir heimfahren aus diesem Elende w. Und wenn die Stunde kom-men ist, zu sterben, soll man Gott desselben Gebets ermähnen, ne-ben seinem Gebot und Zusagen, ohn allen Zweifel, es sey erhöret.Denn so er geboten hat, zu bitten, und zu trauen im Gebet, dazuGnade gegeben, zu bitten, was sollte man zweifeln, er habe esdarum gethan, daß ers erhören und erfüllen will?

Zum zwanzigsten: Nun siehe, was soll dir dein Gott mehrthun, daß du den Tod willig annehmest, nicht fürchtest und über-windest? Er weiset und gibet dir in Christo des Lebens, der Gnade,der Seligkeit Bilde, daß du vor der Sünde, des Todes, der Höllen